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Pflege & Allgemeine Haltung

1. Die Fellpflege ^

Besonders während des Fellwechsels ist es unumgänglich, das Kaninchen regelmäßig mit einer speziellen Bürste aus dem Zoofachgeschäft zu kämmen. Den meisten Kaninchen gefällt das Bürsten, andere hingegen sind davon nicht so begeistert. Regelmäßiges Kämmen fördert außerdem die Durchblutung der Haut und macht das Fell so schön glänzend.

Es gibt verschiedene Bürstenmodelle, es bleibt dir überlassen, für welches du dich entscheidest. Wir empfehlen dir folgende Bürste (kleine Bürste zur Bürstenreinigung), die man in jedem Zoofachgeschäft erhält:

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Tipp:
Im Sommer kannst du mit dem Kaninchen während des Fellwechsels auch ans Freie gehen, um ihm die lästigen "Fellbüschel" zu entfernen. Aber beachte unbedingt, dass du nicht zu sehr am Fell ziehst und ihm keine festen Haare ausreißt! Danach solltest du das Kaninchen noch einmal mit der Kaninchenbürste kämmen, um das Fell wieder zu glätten.

Achtung:
Ein Kaninchen darf auf keinen Fall gebadet werden!

2. Krallenschneiden ^

Um dem Kaninchen selbst die Krallen schneiden zu können, benötigst du eine spezielle Krallenzange aus dem Zoofachgeschäft. Falls du noch ungeübt bist, lasse es dir am besten zuerst von einem Tierarzt zeigen. Du solltest zum Schneiden die Pfote zwischen Zeigefinger und Daumen nehmen und die Ballen mit leichtem Druck auseinanderdrücken. Achte unbedingt darauf, die feinen Blutgefäße in den Krallen (auch "Leben" genannt) nicht zu verletzen. Bei relativ dunklen Krallen ist es umso schwieriger, diese zu erkennen. Sollte dein Kaninchen zappeln, wickle es vorsichtig in ein Handtuch ein, aber bitte nicht über den Kopf! Auch bei der Krallenzange gibt es verschiedene Modelle. So sieht eine Krallenzange für Zwergkaninchen beispielsweise aus:

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Beim Krallenschneiden musst du darauf achten, das "Leben" der Krallen nicht zu verletzen.

3. Zahnkontrolle ^

Die Zähne des Kaninchens wachsen ständig nach, nutzen sich aber bei richtiger Ernähung auf natürliche Weise ab. Um eventuelle Schäden rechtzeitig zu behandeln, sollte auch ein gesundes Kaninchen regelmäßig zum Tierarzt, um die Zähne zu kontrollieren. Diese erblich bedingten Fehlstellungen können beim Kaninchen auftreten:

Gebissfehlstellung

Hat das Kaninchen eine gesunde, normale Zahnstellung, dann greifen die Schneidezähne des Oberkiefers über die Zähne des Unterkiefers. Beim Nagen und Kauen reiben sich die stets nachwachsenden Zähne auf natürliche Weise ab. Bei einer erblich bedingten Gebissfehlstellung (Zahnanomalie) ist der Oberkiefer verkürzt. Die Zähne können sich nicht mehr abschleifen und wachsen schließlich so lang, dass das Kaninchen nicht mehr fressen kann. In diesem Fall muss der Tierarzt die Zähne im Abstand von 6 bis 8 Wochen kürzen, da der Zwerg sonst verhungert.

Zahnfehlstellung

Probleme mit den Backenzähnen können ein Kaninchen ebenfalls beim Fressen behindern. Du erkennst dies daran, dass die Haare um das Maul des Tieres durch herausfließenden Speichel verklebt sind und es "leer" kaut. Doch nicht immer kann man dieses Anzeichen beobachten. Schuld daran sind Haken und Spitzen, die sich an den Backenzähnen gebildet haben. Sie dringen in die Zungen- bzw. Backenschleimhaut ein und können dort schwere Entzündungen verursachen. Suche gegebenenfalls den Tierarzt auf!

4. Die Hygiene ^

In einem verschmutzten Kaninchenzuhause breiten sich schnell Krankheitserreger und Bakterien aus, die das Kaninchen krank machen können. Und kein Kaninchen lebt gern in einem schmutzigen zu Hause, genauso wenig wie wir Menschen. Damit das Kaninchen sich wolfühlt, sollte man einige wichtige Punkte beachten:
  • Nasses Heu o.ä sollte am besten immer sofort entfernt werden.
  • Bei der Innenhaltung muss außerdem die Toiletteneinstreu täglich ausgewechselt werden und einmal wöchentlich mit warmem Wasser komplett gereinigt werden.
  • Bedenke auch, dass eine Trinkflasche oder Tinknapf immer mit frischem Wasser gefüllt sein muss. Eine Trinkflasse muss alle zwei Tage mit warmen Wasser ausgewaschen werden, damit sich keine Alben bilden. Bei einem Trinknapf bilden sich nicht so leicht Algen. Aber auch der Trinknapf sollte zwischendurch gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden.
  • Bei einem Zimmergehege sammeln sich immer wieder Fellbüschel in den Ecke und Haare hängen an den Teppichen und sogar am Häuscheneingang (zumindest, wenn dieser nicht komplett glatt geschliffen ist). Dann wird es höchste Zeit, wieder durchzuwischen oder durchzusaugen. Dies sollte man am besten alle zwei Tage machen. Die Tiere sollten dazu Freilauf in ihrem Freilaufzimmer bekommen (beaufsichtigt), da sie, selbst wenn sie keine Angst vor dem Staubsauger haben, nur im Weg sind.
  • Auch bei der Käfighaltung steht hin und wieder eine Komplettreinigung an. Dies sollte mindestens zweimal im Monat geschehen. Dabei sollte die Einstreu komplett gewechselt werden und die Käfigschale mit warmem Wasser abgebraust werden. Reinige auch die Gitterstäbe mit einem feuchten Lappen, denn diese werden auch staubig sein.
  • Bei der Außenhaltung lässt sich nicht so genau sagen, wann eine Reinigung notwendig ist. Dies hängt stark von der Größe und der Anzahl der Tiere ab die gehalten werden. Als Halter merkt man aber in der Regel selbst, wann eine Reinigung notwendig ist. Manche Halter machen eine Komplettreinigung mit neuer Einstreu nur alle halbe Jahre und tauschen sonst immer nur verschmutzte Stellen aus.

5. Das A und O der Kaninchenhaltung: Freilauf ^

Kein Käfig kann groß genug sein, um dem enormen Bewegungsdrang eines Zwergkaninchen gerecht zu werden. Deshalb braucht es, wenn es im Käfig oder einem kleinen Zimmergehege gehalten wird, täglich mindestens zwei Stunden Auslauf.

Während des Auslaufs sollte immer jemand anwesend sein, denn kein Haus ist so kaninchensicher, dass man die Tiere außerhalb ihres Geheges alleine lassen kann.

Bedenke beim Auslauf folgendes:
  • Kaninchen, die gut in Form sind, können bis zu 1,20 m hoch springen.
  • Kaninchen nagen gerne. Diesem Trieb könnten die Wohnungseinrichtung, oder noch schlimmer, Kabel zum Opfer fallen.
  • Wenn Kaninchen Haken schlagen und herumtoben, könnten sie dir zwischen die Füße laufen.
  • Krümel vom Essen, wie z.B. Schokoladenkrümel auf dem Fußboden, könnten vom Kaninchen gefressen werden.

Ein Kaninchen benötigt jeden Tag
mindestens
zwei Stunden Freilauf in der Wohnung!


6. Die Alternative: Freilauf an einer Kaninchenleine ^

"Kaninchen sind doch nicht wie Hunde!!!", empören sich viele Kaninchenexperten, bei denen Freilaufleinen einen schlechten Ruf haben. Manche bezeichnen diese Freilaufmöglichkeit im Garten gar als Tierquälerei.

Kein Wunder! Denn die Leinen sind im Zoofachhandel so kurz, dass man das Kaninchen eigentlich nur "bei Fuß" führen kann. Ein solcher Freilauf wird von uns ganz klar abgelehnt. Auch viele andere Halter halten nichts von dem Herumgezerre der Tiere.

Aber:
Bei vernünftiger Verwendung haben Freilaufleinen auch einige Vorteile. So haben die Tiere z.B. mehr Platz zum herumlaufen.

Vernünftige Verwendung heißt:
  • Die Leine muss erst einmal mindestens doppelt so lang gemacht werden!
  • Die Tiere laufen nur draußen, wenn es weder zu kalt, noch zu heiß (bis 25°C) ist und bei Sonne auch Schattenplätze vorhanden sind.
  • Es muss ein genügend großer Garten mit gemähtem Rasen vorhanden sein und die Kaninchen sollten bequem hoppeln können, ohne mit der Leine ständig irgendwo hängen zu bleiben.
  • Die Leine liegt mehr oder weniger nur zur Sicherheit auf dem Boden und wird nur von den Tieren mitgezogen.
  • Die Tiere haben ihren Freiraum und können hoppeln, ohne dass du immer als Aufseher knapp neben ihnen stehst (wir setzen uns immer ins Gras und lassen die Ninchen herumtollen). Trotzdem darf man die Tiere nie unbeobachtet lassen.
  • An der Leine wird niemals gezogen!
  • Blumen und evtl. giftige Pflanzen (z.B. Thujen) sollten so abgesichert sein, dass die Kaninchen nicht ran können.
  • Sollten die Tiere etwas machen, was sie nicht dürfen, sollte man sie entweder wegschieben oder die Hand so hin halten, dass sie nichts mehr machen können und weghoppeln (wie man es ohne Leine auch machen würde).
  • Kaninchen sind nicht zum Spielen da.
  • Ist ein Hund oder eine Katze in der Nähe, gilt besondere Vorsicht! Andere Tiere müssen unbedingt von den Kaninchen weggehalten werden.
  • Beim Einfangen der Kaninchen nicht die Leine festhalten, denn dann wird das Kaninchen noch panischer und läuft weg.
  • Sehr ängstliche und schreckhafte Kaninchen sollten nicht an die Leine.

       

Wichtig ist aber, dass man die Tiere (vor allem anfangs) nicht zu lange draußen laufen lässt. Fürs erste mal reichen 10 Minuten, denn der Freilauf an der Leine stresst die Tiere mehr als ein normaler Freilauf in der Wohnung (ungewöhnte Geräusche und neue Umgebung).

Zudem darf man sich nicht wundern, dass sich die Tiere mehr putzen als normal, denn die Leine wird manchmal als störend empfunden:

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Achtung:
Wenn ein Kaninchen plötzlich vor etwas Angst bekommt und davonläuft besteht bei Gartenflächen mit vielen Bäumen die Gefahr, dass das Tier mit der Leine irgendwo hängen bleibt! 

Allerdings würden wir jedem davon abraten, das Kaninchen an der Leine einem Kind zur Beaufsichtigung zu überlassen. Denn dies versteht den Sinn dieser Art des Freilaufs etwas falsch und möchte mit dem Kaninchen eher spielen.

Wir können jeden verstehen, der bei diesem Thema noch bedenken hat. Schließlich waren wir anfangs auch skeptisch und hielten wenig von Freilauf an der Leine, vor allem, weil die Leine wenn man überall hört, es sei mehr Tierquälerei als Freude.
Dann haben wir die Leinen selbst aufs Doppelte verlängert und haben festgestellt, dass die Kaninchen in unserem großen Garten viel ausgelassener hoppeln und miteinander spielen als im Zimmergehege. Dabei wird auch zwischendurch das leckere Gras gemümmelt. Wir hätten die Kaninchen natürlich nicht mehr an die Leine gelassen, wenn wir festgestellt hätten, dass sie nur Angst haben und es ihnen gar nicht gefällt. Die Leine bleibt bei uns auch nur zur Sicherheit am Boden liegen und bisher haben wir sie eigentlich noch gar nicht benötigt:

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Hier ein kleiner Ausschnitt von unseren Tieren beim Freilauf. Es ist nichtmal so leicht, die Kaninchen zu filmen, ohne dass sie aus dem Bild verschwinden:

Bitte "Flash Player" downloaden und installieren um dieses Video zu sehen.


Rede mit: Hast du schon Erfahrungen mit dem Freilauf an der Leine gemacht? Dann schicke uns eine detaillierte Mail mit deiner Meinung, egal ob positiv oder negativ! Diese wird hier veröffentlicht.

7. Hitzeprobleme im Sommer ^

Kaninchen kommen zwar bei richtiger Haltung mit der Kälte bei uns gut klar, doch bei Temperaturen über 25°C wird es den dämmerungsaktiven Höhlenbewohnern zu warm. Daher fragen sich viele Kaninchenhalter, wie man den Lieblingen diese Temperaturen so erträglich wie möglich machen kann.

Zur Kühlung kann man im Sommer beitragen durch:
  • Kürzung des Fells bei Tieren mit langen Haaren.
  • Schattenplätze für das Freigehege aussuchen.
  • Kühlende Steinplatten zum Drauflegen in den Käfig legen.
  • Auch feuchte Handtücher, die in den Käfig gelegt werden, sind schön kühl.
  • Freilauf im Freilaufgehege oder an der Leine draußen möglichst nur am Abend wenn es kühler wird.
  • Kühlakkus in einer Ecke auf die Käfiggitter legen (kalte Luft geht nach unten und sorgt für eine kühle Ecke im Käfig).
  • Eine Flasche mit gefrorenem Wasser in ein Handtuch einwickeln und in den Käfig legen. Wenn sich die Tiere freiwillig daneben legen, haben sie eine schöne Kühlung.
  • Wenn das Kaninchen sich die Ohren befeuchten lässt (mit einem nassen Tuch) ist auch dies eine angenehme Kühlung.
Fütterung im Sommer:

Auch die Fütterung sollte im Sommer etwas an die Temperatur angepasst werden, wenn es sehr warm ist. Da sich die Tiere bei hohen Temperaturen weniger bewegen, genügt ihnen auch leichtere Kost oder weniger Futter (Heu aber immer ausreichend anbieten).

8. Kaninchen richtig hochheben und tragen ^

Ein Kaninchen hebt man normalerweise mit einer Hand im Nackenfell hoch und stützt mit der anderen Hand den Hintern. Danach braucht man das Kaninchen nur noch zum Körper hinziehen, dann sitzt das Kaninchen (bei Rechtshändlern) auf dem linken angewinkelten Arm und kann mit dem rechten Arm festgehalten werden

Ist man sich beim Nackengriff unsicher, kann man das Kaninchen auch unter dem Bauch hochheben. Zum Herumtragen wird das Kaninchen aber genauso zum Körper hingezogen wie beim Hochheben im Nackenfell.

Achtung:
Ein Kaninchen darf auf keinen Fall an den Ohren hochgehoben werden!

Beim Hochheben darf das Kaninchen weder zu locker, noch zu fest gehalten werden. Hält man das Tier zu locker, könnte es sich losstrampeln wenn es zu zappeln beginnt, greift man zu fest, besteht Verletzungsgefahr.

Die meisten Kaninchen lassen sich nicht besonders gerne hochheben und werden dadurch gestresst. Daher sollte man die Tiere nicht öfter hochnehmen als es wirklich nötig ist.

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