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Nachwuchs

1. Folgendes ist vorher zu überdenken: ^

  • Überlege, ob es nicht sinnvoller wäre, Kaninchen aus dem Tierheim zu holen, als sie selbst zu vermehren.
  • Wichtigste Voraussetzung für das Verpaaren von Kaninchen ist, dass beide Elterntiere gesund sind. Sie sollten zwischen 8 Monate und 4 Jahre alt sein, da dies das optimale Alter dazu ist.
  • Man sollte darauf achten, dass keine Geschwister, oder Geschwister mit deren Eltern verpaart werden, denn Tiere aus Inzucht sind oft krankheitsanfälliger und kleiner.
  • Junge Zwergkaninchen bleiben nicht immer so klein. Wenn sie ausgewachsen sind, benötigen sie eine Menge Platz, deswegen sollte der Käfig gleich von Anfang an genügend groß sein.
  • Kaninchen bekommen pro Wurf 5 - 10 Junge. Eventuell kannst du nicht alle Jungen behalten.
  • Falls du die Kleinen abgeben willst, solltest du auf jeden Fall sicher sein, dass sie in gute Hände kommen. Kein Tier möchte gerne in den (sowieso schon überfüllten) Tierheimen leben! Auch ein Zoofachgeschäft ist keine gute Lösung, da die Zwergkaninchen dort nicht selten als Einzeltiere verkauft werden.
  • Es kann während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommen. Dabei ist es möglich, dass hohe Tierarztkosten anfallen. Könntest du mit dem Tod des Muttertieres oder des Nachwuchses bei Komplikationen umgehen?
  • Willst du nur einmal Nachwuchs so muss der Rammler direkt nach der Paarung kastriert werden (wenige Stunden bis Tage danach). Trenne dazu den Rammler einige Stunden von der Häsin, er benötigt nach der Kastration erst einmal Ruhe (siehe auch Krankheiten 9. Nach einer Kastration).
  • Kaninchenweibchen haben eine kurze Tragezeit von nur ca. 28 -33 Tagen. Wenige Stunden bis Tage nach der Geburt kann eine Häsin wieder gedeckt werden.
  • Ein Weibchen kann bis zu 10 mal im Jahr Nachwuchs bekommen!

2. Die Paarung ^

Der Rammler steigt von hinten auf das Weibchen, der Deckakt dauert nur wenige Sekunden. Paarungsbereitschaft und Zeugungsfähigkeit sind unabhängig von den Brunstperioden. Der Eisprung folgt 10 - 12 Stunden nach dem Deckakt und wird durch einen Nervenreiz während der Paarung ausgelöst. Ist der Deckakt erfolglos, so kann es auch zu einer Scheinschwangerschaft kommen.

3. Geburt und Aufzucht ^

Erfahrene Züchter erkennen oft ziemlich früh, ob das Kaninchenweibchen schwanger ist. Häufig ist die Schwangerschaft eines Weibchens für nicht so erfahrenen Halter erst in den letzten Tagen vor der Geburt, oder überhaupt nicht zu erkennen. Das Weibchen verbringt mehr Zeit damit ein geräumiges Wurfnest zu bauen und frisst etwas mehr. Oft wird das Tier auch aggressiver gegenüber Menschen und Artgenossen, und zieht sich zurück.

Folgendes ist zu beachten:
  • Während der Schwangerschaft sollte ein Kaninchen abwechslungsreich gefüttert werden. Nach Absprache mit dem Tierarzt können auch Vitamin- und Kalziumpräparate verabreicht werden.
  • Bei ersten Krankheitsanzeichen sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden!
  • Stress kann zu Fehl- oder Frühgeburten führen.
  • Stelle dem Weibchen eine extra Wurfkiste in das Gehege (ein sehr großes Haus, mindestens 40 x 40 cm).
  • Vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin sollte das Gehege noch einmal gründlich gereinigt werden.
  • Lege viel Heu, Stroh oder getrocknete Blätter in den Käfig, damit das Kaninchen ein Nest bauen kann.
  • Wenn die Häsin ein Wurfnest gebaut hat, darf dieses auf keinen Fall entfernt werden.
Die Geburt findet meist in der Nacht oder am Morgen statt statt. Die Jungen werden von der Mutter in Empfang genommen abgenabelt und danach sofort von der Eihaut befreit und trocken geleckt.

Das kräftige Ablecken der Jungen hat mehrere Gründe:
  • Die Jungen werden so gesäubert.
  • Die Blutzirkulation wird angeregt und der Kreislauf wird so erst richtig in Gang gebracht.
  • Mutter und Kind stellen so eine Bindung her und die Mutter nimmt den Geruch der Jungen auf.
Die Eihaut sowie die Nachgeburt werden von der Mutter gefressen. Kontrolliere einige Stunden nach der Geburt das Nest, Totgeburten und unverzehrte Nachgeburten sollten entfernt, stark blutverschmierte Einstreu sollte ausgewechselt werden.

Die Jungen sind Nesthocker, können noch nicht sehen und kommen nackt zur Welt. Die Babys werden nur durch das dick gepolsterte Nest geschützt und wärmen sich gegenseitig.

Mache dir keine Sorgen, wenn die Mutter sich scheinbar nicht um ihren Nachwuchs kümmert:
  • Die Milch des Weibchens ist sehr reichhaltig, und hält 24 Stunden vor.
  • Selten säugt das Weibchen die Kleinen direkt nach der Geburt. Dies geschieht meistens erst in der Nacht oder am nächsten Tag.
  • Kaninchenmütter suchen ihr Nest meistens in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf, um ihren Nachwuchs zu säugen. Deswegen kann es sein, dass der Halter beunruhigt wird, weil er die Säugung nicht mitbekommt.
Bist du dir trotzdem unsicher, ob das Weibchen seinen Pflichten nachkommt, kannst du am Morgen das Nest kontrollieren. Im Normalfall müssten sie Jungen einen dick gefüllten Bauch haben und warm und sauber geleckt sein.

Doch leider kommt es besonders bei jüngeren Kaninchenweibchen manchmal vor, dass sie sich nicht um ihre Jungen kümmern. Dann musst du diese von Hand aufziehen.

4. Entwicklung der Kaninchen ^

  • Bis zum 3. Lebenstag sind die Kaninchen völlig nackt, dann wachsen ihnen die ersten Haarspitzen.
  • Nach 10 - 12 Tagen beginnen die Kleinen, ihre Augen zu öffnen und das Fell ist voll entwickelt.
  • Ab der 4. Lebenswoche verlassen die Tiere das Nest, erkunden langsam die Umgebung und spielen mit ihren Artgenossen. Nach und nach wird auch feste Nahrung aufgenommen, die Milchaufnahme verringert sich.
  • Ab der 8. Lebenswoche sind die Jungen voll entwickelt und werden nicht mehr von der Mutter gesäugt. Doch sie brauchen noch ihre Mutter, um von ihr zu lernen.  
  • Die Jungtiere nehmen noch bis zur 10. Lebenswoche den Blinddarmkot ihrer Mutter auf, sollten deswegen noch nicht von ihr getrennt werden. Der Blinddarmkot ist für die Jungen lebensnotwendig.

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