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Krankheiten

1. Krankheitsanzeichen ^

  • Die Augen haben ihren Glanz verloren.
  • Das Fell sieht stumpf aus und ist struppig, schuppig oder hat sogar kahle Stellen.
  • Die Ohren richten sich nicht nach Geräuschen aus, sondern sind nur halb aufgerichtet oder ganz zurückgelegt und das Tier sitzt teilnahmslos im Käfig.
  • Das Fell um das Näschen ist nass oder verkrustet.
  • Das Tier niest ungewöhnlich oft.
  • Das Kaninchen frisst nur sehr wenig oder nichts.
    !!! Wenn ein Kaninchen mehrere Stunden lang nichts frisst, besteht Lebensgefahr !!!
  • Bei einem gesunden Kaninchen beträgt die Körpertemperatur 38,5 bis 39,5 °C.   
  • Bei starken Schmerzen ist der Blick des Kaninchens starr und es knirscht mit den Zähnen.
    !!! Das Tier muss sofort zum Tierarzt !!!

2. Allgemeine Krankheitsursachen ^

Wenn dein Kaninchen krank wird, kann das verschiedene Ursachen haben:
  • Erbkrankheit (vom Elterntier)
  • Fütterungsfehler (z.B. falsches Futter oder zu wenig Wasser)
  • Haltungsfehler (z.B. Zugluft oder falsche Käfigeinstreu)
  • Mangelnde Hygiene
  • Viren und Bakterien
  • Parasitenbefall

3. Der richtige Tierarzt ^

Nicht alle Tierärzte kennen sich gut mit Kaninchen aus. Manche Tierärzte behandeln zwar Hunde oder Katzen super, verfügen aber insbesondere bei Kleintieren wie Kaninchen nicht über das nötige Fachwissen. Es ist wichtig, schon bevor dein Tier einmal krank ist, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Wenn du ein Kaninchen aus dem Tierheim geholt hast, kannst du dort nach einem geeigneten Tierarzt fragen. Dort hat man meistens schon verschiedenste Erfahrungen gesammelt. Einen guten Tierarzt erkennt man an folgenden Punkten:
  • Untersucht er dein Kaninchen gründlich, bevor er eine Diagnose stellt?
  • Erklärt der Tierarzt dir welche Krankheit dein Kaninchen hat, und wie seine weitere Vorgehensweise ist? 
  • Beantwortet er deine Fragen so, dass auch du als Laie ihn verstehst, oder scheint er sogar etwas ratlos zu sein?
Ein Tierarzt, der dir ein Medikament für dein Kaninchen gibt, ohne zu erklären, wie es angewandt wird und wie oder bis wann es wirkt, ist der falsche Anlaufpunkt für dich.
 

4. Der Tierarztbesuch ^

Klar ist man nervös, wenn man mit seinem kranken Tier zum Tierarzt muss. Manchmal ist sogar der Mensch nervöser als das Tier selbst. Deshalb kommt es vor, dass man wichtige Dinge im entscheidenden Moment vergisst. Wir empfehlen dir daher, eine Liste zu schreiben, auf der alles drauf steht, was für den Tierarzt von Bedeutung ist:
  • Das Alter des Tieres
  • Das Gewicht deines Kaninchens (kann auch in der Tierarztpraxis ermittelt werden)
  • Krankheitsanzeichen (genaue Beschreibung deiner Beobachtungen - jedes Detail kann von Bedeutung sein)
  • Evtl. frühere Erkrankungen

Hinweis:
Normalerweise bekommst du beim ersten Tierarztbesuch einen Impfpass für dein Kaninchen. Diesen solltest du bei jedem Tierarztbesuch dabei haben.

Frage deinen Tierarzt während oder nach der Behandlung:
  • Was genau hat das Tier hat. Wenn der Arzt in Fachsprache spricht scheue dich nicht genau nachzufragen.
  • Wie und wie lange ein Medikament eingenommen werden muss.
  • Wie das Tier gepflegt werden muss.
  • Ob und wann weitere Tierarztbesuche nötig sind.   
  • Wann mit einer Besserung der Krankheit zu rechnen ist.
  • (Wann Ergebnisse von evtl. gemachten Blutproben o.ä. vorliegen werden.)

5. Gefährliche Viruskrankheiten ^

--> RHD (rabbit haemorrhagic disease / Chinaseuche)

Auslöser:
RHD wurde 1984 in China entdeckt. Daher kommt auch der Name Chinaseuche. Bei uns in Deutschland gibt es die Viruserkrankung seit 1988. Der Virus ist sehr robust und bleibt bei Zimmertemperatur im trockenen rund 3,5 Monate überlebensfähig. Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt über den Menschen oder Parasiten. Auch über Futter und Einstreu, welche mit infizierten Tieren in Kontakt gekommen ist ist eine Infizierung möglich. Daher sollten auch Tiere die nur im Haus gehalten werden regelmäßig geimpft werden. Meerschweinchen und andere Nagetiere können sich nicht anstecken.

Symptome:
Erste Krankheitsanzeichen zeigen in der Regel 2 - 3 Tage nach der Infektion. Bei wenig aggressiven Viren können aber durchaus Wochen vergehen, bis sich erste Krankheitsanzeichen zeigen.

Anzeichen für RHD sind:
- Benommenheit, - Fressunlust, - Fieber, - Atembeschwerden, - Apathie, - Krämpfe, - Nasenbluten
Letztendlich erstickt das Tier 1 - 2 Tage nach dem Krankheitsausbruch. Bei wenig aggressiven Viren triff Fieber und Fressunlust auf. Der Verlauf ist dann aber in der Regel nicht tödlich.

Behandlung:
Bisher kann die tödliche Krankheit nicht behandelt werden. Vorbeugend solltest du dein Kaninchen impfen lassen, auch wenn es nur im Haus gehalten wird. Die Schutzimpfung kann ab der 6. Lebenswoche stattfinden und muss jährlich aufgefrischt werden. Werden die Tiere erst nach dem auftreten der Krankheit geimpft ist, mit großen Verlusten zu rechnen, da der Impfschutz erst nach rund 14 Tagen einsetzt.

--> Myxomatose (Kaninchenpest)

Auslöser:
Der Pockenvirus wurde 1896 erstmals entdeckt. Er breitete sich von Südamerika über Frankreich nach ganz Europa aus. Der Virus ist nicht ganz so robust wie der RHD-Virus. Trotzdem bleibt der bei Trockenheit und Raumtemperatur mehrere Stunden aktiv. Übertragen wird Myxomatose hauptsächlich über blutsaugende Insekten. Aber auch der Mensch oder ein anderes Tier bzw. Kaninchen kann Überträge des Virus sein.

Symptome:
Erste Krankheitsanzeichen treten 3 - 5 Tage nach der Ansteckung auf.

Anzeichen für Myxo sind:
- Anfangs Schwellungen und Entzündungen an Augen und Nase
- Fieber
- Schluckbeschwerden
- Eitriger Augenausfluss
- Schwellungen im Kopfbereich (sog. "Löwenkopf")
- Abmagerung

Das betroffene Tier verendet nach rund 1-2 Wochen an Abmagerung oder einer Lungenentzündung. Bei abgeschwächten Erregern treten zwar Schwellungen auf, aber die Überlebenswahrscheinlichkeit ist wesentlich höher.

Behandlung:
Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten. Auch gegen Myxomatose gibt es eine vorbeugende Impfung. Die Schutzimpfung kann ebenfalls ab der 6. Lebenswoche stattfinden und muss halbjährlich aufgefrischt werden.


Achtung:
Sowohl bei aggressiven RHD als auch bei den aggressiven Myxomatose Erregern ist es möglich, dass ein völlig gesundes Tier am nächsten Tag tot im Käfig liegt.


--> Schiefhals (engl.: head tilt)

Auslöser:
Es gibt verschiedene Erkrankungen, bei denen als Symptom head tilt auftritt:
- Infektion mit dem Einzeller Enzephalitozoon Cuniculi (E. Cuniculi)
- Ohreninfekt
- Pasteurelleninfekt
- Parasiten
- Schlaganfall

Symptome:
Wie der Name head tilt (Schiefhals) schon sagt, macht sich die Krankheit durch eine Schiefhaltung des Kopfes bemerkbar. Weitere Symptome sind Lähmungserscheinungen und eine Gleichgewichtsstörung.



-->Kokzidiose

Auslöser:
Kokzidiose wird durch kleine Einzeller verursacht. Viele Kaninchen (90% aller Hauskaninchen) tragen den Erreger in sich, ohne selbst zu erkranken. Allerdings kann die Krankheit bei geschwächtem Immunsystem ausbrechen (z.B. bei Stress, Fütterungsfehlern oder Infektionen). Die Erkrankung überträgt sich über den Kot der Tiere oder über Futter bzw. Einstreu. Der Erreger ist bei Zimmertemperatur und Trockenheit außerhalb des Wirttieres etwa 12 Monate überlebensfähig.

Symptome:
Es gibt zwei Arten der Krankheit. Bei geringem Befall oder bei widerstandsfähigen Tieren treten jeweils keine Symptome auf und die Erkrankung heilt von selbst wieder aus.

Symptome der Darmkokzidiose:
- Appetitlosigkeit
- Abmagerung
Bei geschwächten Tieren:
- schleimiger Durchfall

Von Darmkokzidiose sind meist Jungtiere bis zur 10. Woche betroffen.

Symptome der Gallengangskokzidiose / Leberkokzidiose:
- Appetitlosigkeit
- Abmagerung
Bei geschwächten Tieren:
- Verstopfung
- Aufblähung
- Leberschwellung

Von dieser Art der Erkrankung sind meist ältere Tiere betroffen.

Behandlung:
Eine Behandlung ist durch einen Tierarzt möglich. Allerdings können Darmkokzidien nicht völlig ausgerottet werden. Es wird lediglich eine Widerstandskraft dagegen aufgebaut.
Damit die Krankheit nicht zum Ausbruch kommt, ist Hygiene besonders wichtig. Die Kaninchentoilette sollte täglich ausgewechselt werden und die Käfigeinstreu regelmäßig. Auch der Fressnapf sollte alle zwei Tage ausgewaschen werden. Heu sollte nicht mit Einstreu in Berührung kommen. Es gehört in eine Heuraufe.


-->Trommelsucht (auch Blähsucht oder Tympanie)

Auslöser:
Auslöser für Trommelsucht sind Fehlgärungen im Darm, die durch falsches Futter (zu heiß, zu kalt oder verdorben) oder sehr viel ungewohntes Futter verursacht werden. Besonders anfällig für diese Krankheit sind Jungtiere.

Symptome:
Ein deutliches Anzeigen der Trommelsucht ist ein aufgeblähter Bauch. Hinzu kommen dann meist noch Atemnot oder Kreislaufschwäche, Fressunlust und Unruhe. Da das Kaninchen starke Schmerzen hat, knirscht es mit den Zähnen oder klopft mit den Hinterläufen auf den Boden.

Behandlung:
Trommelsucht kann innerhalb weniger Stunden (1 - 5 Stunden) zum Tod führen, daher gilt es schon bei ersten Anzeichen schnell einen Tierarzt aufzusuchen. Vom Tierarzt werden Medikamente verabreicht, die die Blähung beseitigen, die Schmerzen lindern, und den Kreislauf stabilisieren. Das Tier sollte zudem 1 - 2 Tage auf eine Nulldiät gesetzt werden und es sollten über den Tag verteilt 6 Teelöffel Kümmeltee eingeflößt werden.

Hinweis:
Für die Herkunft des Begriffes Trommelsucht gibt es zwei Theorien: Möglicherweise entstand der Name dadurch, dass beim Abklopfen des Bauches ein trommelartiger Ton entsteht. Die zweite Theorie besagt, der Name kommt von dem für diese Krankheit typischen Klopfen mit den Hinterbeinen.

6. Gesundheitsstörungen ^

Grundsätzlich solltest du immer sofort mit deinem Zwergkaninchen zum Tierarzt gehen, wenn dir etwas Ungewöhnliches an ihm auffällt (Krankheitsanzeichen: 1. Krankheitsanzeichen). Nur wenn du schon viel Erfahrung mit Zwergkaninchen hast, kannst du eine Behandlung selbst durchführen. Allerdings ist auch hier ein Tierarztbesuch unumgänglich, wenn innerhalb von 24 Stunden keine Besserung eintritt, oder wenn erkennbar ist, dass das Kaninchen starke Schmerzen (Zähneknirschen) hat. Ein Tierarztbesuch ist ebenfalls unumgänglich, wenn sich Blut im Kot oder im Urin befindet.

Hinweis:
Probleme mit der Verdauung werden oft durch Haltungsfehler verursacht. Allerdings gibt es auch Infektionskrankheiten, deren Symptome Durchfall oder Verstopfung sind.

--> Durchfall

Auslöser:
Auslöser für Durchfall sind in den meisten Fällen Haltungsfehler. Zu schnelle Futterumstellung, falsche Fütterung, Kälte und Zugluft, sowie mangelnde Hygiene können zu Durchfall führen. Aber auch bakterielle Infektionen oder Darmparasiten führen zu Durchfall.

Symptome:
Der Kot ist weich und breiig und das Fell um die Afterregion ist verschmutzt. Das Kaninchen ist träge und frisst wenig oder nichts.

Behandlung:
Stelle dem Kaninchen nur noch Heu und ausreichend Wasser zur Verfügung, und halte den Käfig sauber. Kontrolliere auch ob das Tier ausreichend trinkt. Es könnte sonst dehydrieren. Wenn das Kaninchen zu wenig trinkt musst du ihm über dem Tag verteilt einen 1/4 Liter Wasser einflößen. Auch nach der Besserung solltest du noch 2 - 3 Tage nur Heu füttern.

Unterstützende Maßnahmen:
Lege dem Kaninchen Eichen- oder Weidenzweige in den Käfig. In diesen sind Gerbstoffe mit heilender Wirkung enthalten. Auch Kamillentee, Brombertee, Ringelblumentee können (kurz aufgebrüht) anstelle des Trinkwassers zur Verfügung gestellt werden.

Achtung:
Ist der Kot sehr flüssig, oder tritt innerhalb von 24 Stunden keine Besserung ein, ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen. Dieser benötigt in den meisten Fällen eine Kotprobe.


--> Verstopfung

Auslöser:
Auslöser für Verstopfung kann falsche Ernährung sein (zu viel Trockenfutter). Die häufigste Ursache für Verstopfung ist Wassermangel. Aber auch wenn die Tiere beim Putzen zu viele Haare aufnehmen besteht die Gefahr einer Verstopfung. Aber auch bei Infektionskrankheiten wie der Trommelsucht tritt Verstopfung ein.

Symptome:
In der Kaninchentoilette befinden sich nur sehr wenige kleine, harte Kotkügelchen. Zudem hat das Tier keinen Appetit mehr und sitzt mit gekrümmtem Rücken im Käfig und versucht vergeblich Kot abzusetzen. Die hintere Bauchregion fühlt sich hart an und das Kaninchen hat Schmerzen beim Betasten.

Behandlung:
Bei Verstopfung darf kein Trockenfutter mehr verfüttert werden, damit sich der Darm beruhigt. Ein wenig Grünfutter fördert die Darmfunktion. Flöße dem Kaninchen drei mal pro Tag einen Teelöffel Lein- oder Paraffinöl (aus der Apotheke) ein.

Unterstützende Maßnahmen:
Massiere mit den Fingern sanft den Bauch des Kaninchens. Auch Bewegung kann helfen. Lasse das Tier daher frei laufen, wenn es mag.

Achtung:
Ist der Kot sehr flüssig, oder tritt innerhalb von 24 Stunden keine Besserung ein, ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen.


--> Erkältung

Auslöser:
Erkältungskrankheiten werden durch verschiedenste Bakterien oder Viren ausgelöst. Auch gesunde Tiere tragen die Erreger der Krankheit in sich. Zum Ausbruch kommt es nur bei geschwächtem Immunsystem, durch weitere ungünstige Faktoren:
- Ein falscher Käfigstandort (Zugluft o.ä.)
- Stress
- schlechte Ernährung
- mangelnde Hygiene

Symptome:
Ein Schnupfen äußert sich beim Kaninchen durch ungewöhnlich häufiges Niesen (häufiges Niesen kann aber auch z.B. durch falsche Einstreu o.ä verursacht werden, daher bitte zuerst überprüfen, ob das Tier richtig gehalten wird). Des weiteren weisen auf eine Erkältung hin:
- Nasenausfluss
- Augenausfluss
- Fressunlust
- Atemnot
- Gewichtsabnahme

Behandlung:
Eine Erkältung sollte nie selbst behandelt werden. Es sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden, da man selbst nicht feststellen kann, ob es sich wirklich "nur" um einen Schnupfen handelt, oder ob das Kaninchen eine Lungenentzündung hat. Vorsicht: Eine Lungenentzündung kann tödlich enden.

Achtung:
Kaninchen können sich auch bei dir anstecken, wenn du eine Erkältung hast. Halte dich, wenn du erkältet bist oder Schnupfen hast, lieber etwas von den Tieren fern, und achte besonders auf Hygiene.


--> Bindehautentzündung / Hornhautentzündung

Auslöser:
Ursachen für eine Augenentzündung kann eine leichte Erkältung oder Zugluft sein. Aber auch durch Fremdkörper, Rauch bzw. Staub oder eine Verletzung des Auges kann sich dies entzünden. Eine weitere Ursache für eitrigen Augenausfluss kann eine Zahnfehlstellung sein. Daher sollten vom Tierarzt auch die Backenzähne kontrolliert werden.

Symptome:
Eine Augenentzündung äußert sich darin, dass das Auge tränt oder vereitert ist. Auch wenn das Tier das Auge zukneift, oder wenn die Lider gerötet sind, weißt dies auf eine Augenentzündung hin.

Behandlung:
Wenn innerhalb von drei Tagen keine Besserung eintritt solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Dort wird das Auge auf Verletzungen überprüft. Das Kaninchen wird Augentropfen bekommen. Eine Behandlung durch einen Tierarzt sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, da sich sonst eine Hornhautentzündung mit einer Trübung der Hornhaut entwickeln kann.


--> Blasenentzündung

Auslöser:
Auslöser einer Blasenentzündung kann Zugluft oder falsche Ernährung sein. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass auch zu viel Löwenzahn zu einer Blasenentzündung führen kann.

Symptome:
Eine Blasenentzündung erkennt man daran, dass das Kaninchen häufig in kleinen Mengen uriniert, und dass sich Blut im Urin befindet. Zudem putzt sich das Tier oft an der Harnöffnung. Rötlicher bzw. oranger Urin allein ist in der Regel nicht ungewöhnlich. Dies kann von Farbstoffen in der Nahrung kommen. Befinden sich zwischendurch weißliche oder leicht gelbliche dickflüssige Ablagerungen im Urin kann dies bei einem Weibchen auf eine Gebärmutterentzündung hinweisen.

Behandlung:
Wenn innerhalb von 1 - 2 Tagen keine Besserung eintritt, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Das Tier wird Antibiotika bekommen. Vorsicht: Eine Blasenentzündung wird schnell chronisch, und verursacht Blasen- oder Nierensteinbildung.


--> Vergiftung

Auslöser:
Vergiftungen sind bei Kaninchen eher selten, was wohl daran liegt, dass giftige Zimmerpflanzen oder andere Giftstoffe von Kaninchen meist gemieden werden. Trotzdem ist eine kaninchengerechte Umgebung unerlässlich und die beste Vorsorgemaßnahme.

Zu einer Vergiftung können folgende Stoffe führen:
- giftige Zimmerpflanzen
- Düngemittel
- Schädlingsbekämpfungsmittel
- Unkrautmittel
- Reinigungsmittel
- Farben
- andere Chemikalien (die teilweise für den Menschen ungefährlich sind)

Symptome:
Je nachdem, in welcher Menge und über welchen Zeitraum ein Giftstoff in den Körper des Kaninchens gelangt, kommt es entweder zu einer chronischen oder zu einer akuten Vergiftung.

Allgemeine Symptome für eine Vergiftung sind:
- Abmagerung (chronisch)
- Hautveränderungen/Schäden (beide)
- Gleichgewichtsstörungen (akut)
- Atemnot (akut)
- Blutarmut (chronisch)
- Lähmung (beide)
- Nasenbluten (akut)
- blutiger Durchfall (akut)
- Benommenheit(akut)
- blutigen Harn (akut)
- Krämpfe (akut)
- Speichelfluss (akut)
- Koma (akut)

Da sich die Wirkung von Giftstoffen unterscheidet, zeigen sich die verschiedenen Symptome in unterschiedlicher Intensität. Es treten nie alle Symptome gleichzeitig auf.

Behandlung:
Bei einer Vergiftung ist schnelles und richtiges reagieren wichtig. Es geht um Leben und Tod des Tieres. Die Behandlung kann nur von einem Tierarzt durchgeführt werden, da nur dieser andere Erkrankungen ausschließen kann. Wichtig ist, festzustellen, durch was das Kaninchen eine Vergiftung erlitten hat. Bei einer Pflanze sollte auf jeden Fall ein Blatt davon mit zum Tierarzt genommen werden. Ist nicht bekannt, was zur Vergiftung geführt hat, muss eine Blutprobe in einem Speziallabor untersucht werden. Dies ist aber sehr kostspielig. Die konkrete Behandlung ist vom aufgenommenen Gift abhängig.

7. Parasiten ^

Parasitenbefall wird oft durch Haltungsfehler oder schlechte Hygiene begünstigt. Der häufigste Übertragungsweg ist die Ansteckung durch ein anderes Tier. Parasitenbefall bleibt oft unbemerkt, da ein Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasiten besteht. Durch verschiedene Faktoren wie z.B. Haltungsfehler oder eine andere Schwächung des Immunsystems der Kaninchen kann es aber zu einem massiven Befall mit Symptomen kommen.

-->Flöhe 

Auslöser:
Flöhe sind ca. 1,5 mm große und seitlich abgeplatte Blutsauger mit langen Sprungbeinen, die ihnen Sprünge von bis zu 1 Meter ermöglichen. Sie sind bei Kaninchen eher selten zu beobachten, gelten aber u.a. als Überträger von Myxomatose und andere Infektionskrankheiten. Der Kaninchenfloh (Spilopsyllus cuniculi) ist auf die Gruppe der Hasenartigen spezialisiert. Bei engem Kontakt kann dieser Floh aber auch auf den Menschen überspringen. Des weiteren können Kaninchen auch vom Hunde- oder Katzenfloh befallen werden, wenn kein anderer Wirt zur Verfügung steht. Flöhe verlassen den Wirt zwischen ihren Blutmahlzeiten unter anderem auch um ihre Eier in der Umgebung abzulegen. Dabei halten sie sich mit Vorliebe in Teppichen, Matratzen oder anderen Polstermöblen.

Symptome:
Flöhe verursachen beim Kaninchen nicht nur beim Blutsaugen einen starken Juckreiz, sodass sich die Tiere oft kratzen und Nervosität zeigen. Zudem sind auf der Haut rote Punkte und / oder kleine Entzündungen zu beobachten. Diese Punkte sind meist parallel oder gruppiert angeordnet, da die Flöhe oft mehrere Einstiche vornehmen, bevor sie mit dem Blutsaugen beginnen. Bei massivem Befall kann es zu Blutarmut, Abmagerung und Kräfteverfall kommen. Besteht der Verdacht auf Flohbefal,l kann dies getestet werden, indem das Kaninchen auf ein weißes Blatt Papier gesetzt und gebürstet wird. Befinden sich schwarze Punkte auf dem Papier, könnte es sich um Flohkot handeln. Dies kann man überprüfen, indem man das Papier anfeuchtet. Zeigt sich eine rötliche Verfärbung der Punkte handelt es sich tatsächlich um Flohkot. Alternativ können Flöhe und deren Kot auch mit bloßem Auge auf dem Fell gesehen werden.

Behandlung:
Gegen Flöhe hilft Flohpuder oder ein Flohspray vom Tierarzt. Zudem muss die Umgebung des Kaninchens immer wieder gereinigt, oder an schwer zugänglichen Stellen ebenfalls mit Flohspray behandelt werden. Da mit einem Flohspray keine Flöhe im Puppenstadium abgetötet werden können, muss gewartet werden, bis aus diesen wieder Flöhe schlüpfen. Dann muss die Behandlung wiederholt werden.


--> Läuse

Auslöser:
Kaninchenläuse (haemodipsus ventricosus) sind sechsbeinige ca. 1,5 mm große blutsaugende Insekten, die sich an den Haaren des Wirtes festklammern. Läuse haben keine Augen. Im Gegensatz zu Flöhen befinden sich Läuse ständig auf ihrem Wirt und legen dort auch ihre Eier ab. Die Läuseeier, auch Nissen genannt, sind 0,5 mm groß und werden nahe der Haut an den Haaren des Wirttieres befestigt. Glücklicherweise sind Läuse wirtspezifisch und gehen nicht auf den Menschen über.

Symptome:
Allgemeine Symptome sind:
- Haarausfall
- Schorfige nässende Hautveränderungen
- Juckreiz
- Unruhe 
- Blutarmut
- Abmagerung
- Kräfteverfall

Besteht der Verdacht auf Lausbefall, kann man dies überprüfen, indem man das Fell nach den an die Haare geklebten Eier der Läuse durchsucht. Auch die Läuse selbst sind mit bloßem Auge erkennbar.

Behandlung:
Gegen Läuse gibt es beim Tierarzt einen Wirkstoff, welcher dem Tier in den Nacken geträufelt oder injektiert werden kann. Da sich auch Läuse in der Umgebung befinden könnten, muss diese gründlich gereinigt werden. Dafür eignet sich am besten Essig. Auch Tiere, welche mit dem befallenen Kaninchen in Kontakt waren, sollten auf Parasitenbefall untersucht werden. Manchmal dient das Kaninchen auch als Zwischenwirt für andere Lausarten. Diese können aber auch ohne Behandlung nicht lange auf dem Tier überleben.


--> Haarlinge

Auslöser:
Haarlinge sind ca. 2 mm große, sechsbeinige Parasiten, die von Schuppen und Entzündungssekreten des Wirttieres leben. Sie leben an den Haaren über der Haut und legen dort auch ihre Eier ab. Sie können sich erfahrungsgemäß überall ansiedeln, bevorzugt aber am Kopf oder an der Afterregion. Es gibt drei verschiedene Arten von Haarlingen, die sich in ihrem Körperbau unterscheiden. gliricola porcelli haben einen länglichen Hinterleib, gyropus ovalis und trimenopon hispidum einen ovalen Hinterleib. Gemeinsam haben alle Haarlinge den auffällig breiten Kopf.

Symptome:
Allgemeine Symptome sind:
- Haarausfall
- Juckreiz
- Unruhe
- Kräfteverfall
- Abmagerung

Behandlung:
Da sich Haarlinge auch auf indirektem Weg übertragen können, ist es besonders wichtig, auch die Umgebung des Tieres, also den Käfig, zu reinigen. Dafür ist ein Mittel gegen Haarlinge nötig. Bürsten usw. nicht vergessen! Die Reinigung muss auch hier wiederholt werden, damit der neue Nachwuchs der Haarlinge abgetötet wird.


--> Zecken

Auslöser:
Zecken sind kleine achtbeinige Spinnentiere, die sich mit ihrem Mundwerkzeug in die Haut des Wirttieres bohren um dort Blut zu saugen. Sie leben überwiegend in hohem Gras und in Büschen und heften sich an vorbeistreifende Tiere. Bei Kaninchen sind Zecken eher selten, aber an besonders stark zeckenbefallenen Orten kommen sie häuiger vor. Die Parasiten sind mit bloßem Auge erkennbar, da sich zwischen 1 und 4 mm groß sind. Zecken befinden sich nur zum Blutsaugen auf dem Wirt und fallen danach wieder ab. Gefährlich sind die Parasiten, weil sie Krankheiten übertragen können. 

Symptome:
Zeckenbisse sind als rote Punkte auf der Haut erkennbar, diese können sich auch entzünden. Zudem kommt es bei Zeckenbefall zu Juckreiz.

Behandlung:
Nach dem Freilauf (vor allem in Risikogebieten), sollten die Kaninchen immer auf Zecken untersucht werden. Je früher eine Zecke erkannt und entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr einer gefährlichen Viruserkrankung. Zecken sollten mit einer Zeckenzange / Zeckenhaken oder einer Pinzette entfernt werden. Vorsicht: Wird die Zecke unsachgemäß entfernt und bleiben Teile des Mundwerkzeugs in der Haut des Wirts, kann es zu schweren Entzündungen kommen. Bist du dir unsicher, lasse Zecken vom Tierarzt entfernen.


--> Maden

Auslöser:
Madenbefall wird durch abgelegte Eier der Schmeißfliege verursacht und kommt im Sommer bei Außenhaltung häufig vor. In der Regel sind kranke, geschwächte, gestresste und übergewichtige Tiere betroffen. Die Eier werden von der Fliege bevorzugt an Hautverletzungen oder der Afterregion abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen innerhalb eines Tages Maden, welche sich von Gewebe und Hautsekreten ernähren und sich in den Körper des befallenen Tieres fressen.

Symptome:
Die Eier sind als kleine weiße Punkte im Fell zu sehen. Auch in Wunden sind die Eier zu erkennen. Die Maden selbst sind als kleine dicke weiße Würmchen sichtbar. Die Kaninchen leiden unter Juckreiz. Die Maden produzieren im Körper des Kaninchens Giftstoffe (Toxine), die zu einem Schockzustand führen.

Behandlung:
Die Behandlung kann nicht selbst durchgeführt werden. Es wird vom Tierarzt ein Mittel gegen Maden verabreicht. Befinden sich nur wenige und kleine Maden auf dem Kaninchen, stehen die Heilungschanchen sehr gut. Leider wird der Befall vor allem bei langhaarigen Tieren aber zu spät erkannt. Vor dem Tierarztbesuch sollten die sichtbaren Maden entfernt werden. Das Gehege muss wie immer bei Parasitenbefall gründlich gereinigt werden.

Vorbeugung:

Vorbeugend sollte beim Kaninchen im Sommer regelmäßig der After kontrolliert werden. Normalerweise hält sich ein gesundes Kaninchen selber sauber. Es kann aber mal vorkommen das Kot hängen bleibt und bei sommerlichen Temperaturen kommen sofort Fliegen und setzen dort dann ihre Eier ab. Daher hängen gebliebenen Kot immer mit lauwarmen Wasser entfernen und gut trocknen. Generell gilt, Fell am After kurz halten und im Käfig für Sauberkeit sorgen. Im Sommer kann man im Außengehege auch Fliegengitter anbringen

Achtung:
Madenbefall ist sehr gefährlich. Bei starkem Befall und zu spätem Beginn der Behandlung endet Madenbefall tödlich.


--> Milben

Auslöser:
Es gibt vier verschiedene Arten von Milben, die sich teilweise in ihrer Lebensweise unterscheiden. Alle Milben haben aber acht Beine und den charakteristischen sechseckigen Körperbau. Milben sind sehr klein, sodass sie oft für Staubpartikeln verwechselt werden. Gut sichtbar sind sie nur unter dem Mikroskop. Milben werden über andere größere Parasiten übertragen.

Raubmilben:
Raubmilben sind am ganzen Körper zu finden. Sie leben überwiegend auf der Haut und ernähren sich von anderen Milben und Hautpartikeln. Raubmilben sind nicht wirtspezifisch und können auch auf den Menschen überspringen (erkennbar durch starken Juckreiz und Knötchen auf der Haut).

Ohrräude:
Ohrräude wird eine Milbenart genannt, die nur im Innenohr lebt. Bei starkem Befall siedeln sich die Milben auch an der Ohrmuschel und am Kopf an. Diese Milbenart lebt von Gewebesäften und sticht die Haut an. Im Ohr lassen sich krustige Hautveränderungen oder Ekzeme beobachten.

Fellmilben:
Fellmilben klammert sich an den Haaren fest und bringen auch ihre Eier dort an. Betroffen sind oft junge und geschwächte Tiere. Die Fellmilbe gehört zu den harmloseren Milbenarten, sodass der Befall lange Zeit symptomlos bleibt.

Grabmilbe:
Grabmilben leben unter der Haut und legen dort auch ihre Eier ab. Die männlichen Grabmilben halten sich überwiegend auf der Haut auf. Sie ernähren sich von Zellflüssigkeit. Grabmilben können sich auch in der Umgebung des befallenen Tieres aufhalten und bei günstigen Bedingungen auf andere Tiere übertragen werden.

Symptome:
Milben lassen sich mit bloßem Auge kaum von Schmutzpartikeln unterscheiden. Eindeutig erkennen kann man sie nur mit einem Mikroskop.

Die Symptome sind von Milbenart zu Milbenart verschieden:
- Juckreiz
- Schuppen
- Hautveränderungen
- Ekzeme
- Haarausfall
- Unruhe
- Abmagerung

Behandlung:
Bei Verdacht auf Milbenbefall sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Es müssen zum einen andere Erkrankungen ausgeschlossen und zum anderen die Milbenart festgestellt werden. Nur so ist eine richtige Behandlung möglich. Keinesfalls selbst Experimente mit Mitteln aus der Zoohandlung durchführen!

Achtung:
Manche Tierärzte setzen bei Parasitenbefall bei Kaninchen das für Hunde und Katzen geeignete und sehr effektive Medikament Frontline ein. Im Beipackzettel wird allerdings vor dem Einsatz bei Kaninchen gewarnt. Bei der  Behandlung kann es zu Unverträglichkeit oder schlimmstenfalls zum Tod des geliebten Haustiers kommen! Daher den Tierarzt bitte vor der Behandlung fragen, welches Mittel er einsetzt. Nicht immer kann man sich leider auf die Kompetenz des Tierarztes verlassen.

8. Erste Hilfe im Notfall ^

Erste Hilfe kann Leben retten. Nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Kaninchen ist es manchmal wichtig, schnell und gezielt zu handeln.
Daher erhältst du nun unseren kleinen "Erstehilfekurs" fürs Kaninchen:

--> Hitzschlag

Wenn sich dein Kaninchen an heißen Sommertagen nicht in den Schatten zurückziehen kann, ist ein Hitzschlag vorprogrammiert. Auch beim Transport in einem überhitzten Auto kann das hitzeempfindliche Kaninchen einen Hitzschlag bekommen.

Symptome:
Der Zwerg liegt teilnahmslos in der Ecke, atmet flach mit bebendem Körper, die Nasenflügel sind weit aufgerissen und die Schleimhäute bläulich verfärbt. Der Puls ist schnell und flach.

Behandlung:
Bringe dein Kaninchen umgehend in einen kühlen Raum. Versuche die Körpertemperatur des Kaninchen abzusenken, indem du das Tier in ein feuchtes Tuch wickelst. Um den Kreislauf zu stützen, flößt man dem Kaninchen einen Teelöffel Bohnenkaffee ein. Man kann auch die Hinterläufe in kühles (nicht zu kaltes) Wasser eintauchen. Anschließend sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da ein unbehandelter Hitzschlag innerhalb kurzer Zeit tödlich enden kann.


--> Angstschock

Je nachdem, wie scheu und schreckhaft ein Zwergkaninchen ist, kann es bereits ein ungewohntes Geräusch in Panik versetzen und dies zu einem Angstschock führen.

Symptome:
Das Kaninchen liegt regungslos mit geweiteten Pupillen am Boden und zittert.

Behandlung:
Nähere dich in diesem Fall dem verstörten Kaninchen langsam und spreche es dabei ruhig an. Nimm den Zwerg schnell und sicher am Rückenfell und setze ihn in einen abgedunkelten Behälter (z.B. eine Transportbox). Das Kaninchen braucht absolute Ruhe.


--> Verletzungen

Kleinere Verletzungen heilen in der Regel von selbst. Unterstützend kann man nach Rücksprache mit einem Tierarzt auch Heilsalbe verwenden. Hier muss aber genau auf die enthaltenen Substanzen geachtet werden.
Wichtig ist allerdings auch bei kleineren Wunden, dass diese unter Beobachtung bleiben. Es können unter Umständen Infektionen entstehen. Im Sommer besteht besonders bei Außenhaltung auch das Risiko für einen Madenbefall.

Bei größeren Verletzungen oder Knochenbrüchen ist ein Tierarztbesuch aber unumgänglich. Zur Erstversorgung kann man auf normales Verbandszeug zurückgreifen um vor dem Tierarztbesuch zumindest die Blutung zu stoppen.

9. Krankenpflege ^

--> Kaninchen aufpäppeln

Wenn ein Kaninchen krank ist, kann es vorkommen, dass es nichts mehr frisst. Da Kaninchen aber einen Stopfdarm haben, müssen sie zwangsernährt werden, wenn sie mehrere Stunden nichts mehr gefressen haben, ansonsten droht nach 24 Stunden ein Darmkollaps.

Optimal zum Päppeln eignet sich "Critical Care", was bei jedem guten Tierarzt erhältlich ist. Critical Care ist ein Pulver, welches zu einem Brei angerührt werden muss und welches jeder Kaninchenhalter schon vorsorglich in seiner Hausapotheke für Notfälle lagern sollte.

Auch Karottenbrei oder ein anderer Früchtebrei (je nachdem, was das Tier sonst gerne frisst) kann notfalls zum päppeln verwendet werden.

Das Kaninchen sollte über den Tag verteilt etwa im 3-Stundentakt ernährt werden. Insgesamt sollte es dabei 1/20 seines Körpergewichtes an Päppelbrei bekommen.

Critical Care muss bei jeder Ernährung neu angemischt werden. Daher nicht zuviel auf einmal abrühren!

Folgendermaßen wird beim Päppeln vorgegangen:

Zum Päppeln benutzt man am besten eine solche Spritze (beim Tierarzt erhältlich):



Ebenfalls geeignet sind die dünneren Insulinspritzen, die einen Milliliter fassen. Bei diesem muss aber die dünne Spitze abgeschnitten werden, da diese sehr leicht verstopft.

Zum Päppeln muss das Tier auf den Rücken gelegt (aber nicht zu flach, sondern eher wie ein Baby) und gut festgehalten werden, damit es zu keinen Verletzungen kommen kann. Es empfiehlt sich, das Kaninchen in ein Handtuch einzuwickeln, sodass das Tier nicht mit den Pfötchen strampeln kann. Dazu setzt man das Ninchen auf ein Handtuch und schlägt dieses um das Tier.

Die Öffnung der Spritze wird dem Kaninchen von der Seite hinter die Nagezähne geschoben.

Hinweis: 
Bei Zahnfehlstellungen o.ä. kommt es vor, dass der Päppelbrei vom Kaninchen bereitwillig aus einer Schüssel geleckt/gefressen wird. Bevor man mit der Spritze päppelt, kann man daher dem Kaninchen den Päppelbrei in einer Schüssel anbieten. So bleibt dem Tier viel Stress erspart.


--> Nach OPs

Da fast jeder Kaninchenbesitzer um dieses Thema nicht herumkommt (denn jede Kastration ist eine OP) gehen wir hier noch einmal gesondert darauf ein, was nach OPs zu beachten ist.

Vom Tierarzt solltest du nie ein Tier annehmen, das sich noch voll in Narkose befindet (Gute Tierärzte geben die Tiere ohnehin nicht so früh ab, da Komplikationen den Halter überfordern können).

Auf dem Nachhauseweg sollte das Tier in der Regel gewärmt werden, bis die Narkose ihre Wirkung vollständig verloren hat. Dazu eignet sich eine in ein Handtuch eingewickelte Wärmflasche (nicht zu heiß!). Diese kann von dem Tier nicht angenagt werden.

Zuhause angekommen muss man darauf achten, dass die Wunde nicht verschmutzt wird. Daher sollte man anstelle von Käfigeinstreu ein Handtuch in den Käfig legen. Tiere in Außenhaltung müssen vorerst im Haus bleiben. Es empfiehlt sich eine wärmende Rotlichtlampe aufzustellen, diese darf aber nicht zu nah am Tier sein. Beachte aber, dass das Tier auch die Möglichkeit haben muss, sich von der Rotlichtlampe weg zu bewegen, wenn es ihm zu warm wird.

Anfangs muss man das Kaninchen noch beobachten. Besonders wichtig ist es, zu sehen, ob das Tier von selbst zu fressen beginnt, ansonsten müsste es zwangsernährt werden. Auch die Wunde muss täglich kontrolliert werden. Sollte das Kaninchen an den Fäden gezogen haben, oder zeigt sich eine Entzündung o.ä., muss erneut ein Tierarzt aufgesucht werden.

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