[an error occurred while processing this directive]

Außenhaltung

1. Die verschiedenen Haltungsmöglichkeiten ^

Die Außenhaltung ist die artgerechteste Haltungsform, weil die Tiere dort noch am ehesten wie in der freien Natur leben können und z.B. auch einmal ein Loch in den Boden buddeln können. Zudem wird das Immunsystem der Tiere gestärkt.

Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass diese Haltungsform auch die aufwändigste ist, da die Tiere bei Wind und Wetter draußen versorgt werden müssen. Dabei wird man auch schneller einmal schmutzig und man muss sich bei der Käfigreinigung körperlich mehr anstrengen.

Alternativ kann man seine Tiere natürlich auch nur im Sommer in einem Freigehege halten. Dies braucht nicht so aufwändig gestaltet werden wie ein dauerhaftes Außengehege.

2. Der richtige Standort ^

Der Ort des Kaninchenheimes muss gut ausgewählt werden.
Wichtig sind vor allem folgende Punkte:
  • Das Gehege muss vor Zugluft und direkter Sonnenstrahlung geschützt sein. 
  • Rauch und Lärm sollten vom Zuhause ferngehalten werden.
  • Man sollte das Gehege vom Zimmer im Haus aus im Blick haben können.
  • Das Gehege sollte gut zugänglich sein.
  • Es müssen zu jeder Tageszeit Schattenplätze und Sonnenplätze vorhanden sein.
  • Zwei Kaninchen brauchen mindestens 6m². Steht ausreichend Platz zur Verfügung?
  • Dort, wo das ganzjährige Außengehege steht, sollte kein Gras wachsen, da dieses schnell zu lang wird und da ein Gehegeeinstreu verwendet werden sollte (außerdem wird der Rasen an den Stellen schnell gelb!).

3. Die Außenhaltung ^

Die Außenhaltung ist für Kaninchen die artgerechteste Haltungsform. Das Tier hat bei einer Haltung im freien am ehesten ein Leben, welches dem der Wildkaninchen in der freien Natur am nächsten kommt.
Wie Wildkaninchen leben: Gut zu wissen... » 4. Vom Wildkaninchen zum Hauskaninchen

Von der Außenhaltung abzuraten ist höchstens bei älteren, schwächeren oder krankheitsanfälligen Tieren. Auch Einzeltiere dürfen nicht dauerhaft draußen gehalten werden, da ihnen der wärmende Partner zum Kuscheln fehlt.

Für zwei Kaninchen sollten, anders als bei der Innenhaltung, mindestens 6m² zur Verfügung stehen. So können sich die Tiere im Winter auch einmal warmlaufen.

Werden die Tiere im Sommer nur tagsüber in einem beweglichen Freigehege gehalten, reichen, wie bei der Innenhaltung, 4m².

Achtung:
Ein Kaninchen darf keinesfalls dauerhaft in einem handelsüblichen Kaninchenkäfig draußen gehalten werden!


Das Außengehege

Da die Kaninchen im Außengehege täglich versorgt werden müssen, wäre es am einfachsten, ein Gehege so hoch zu bauen, sodass es begehbar ist. Bei einem niedrigeren Gehege gestaltet sich die Reinigung oft als schwierig. Wenn du trotzdem ein niedrigeres Gehege bauen möchtest beachte, dass Kaninchen bis zu 1,20 m hoch springen können.

Schon vor dem Bau sollte übrigens eingeplant werden, eine Ecke des Geheges gesondert zu überdachen. Dort sollte sich dann das Häuschen und die Futterstelle befinden.

Das Gehege sichern

Wie du sicher bereits weißt, haben Kaninchen in der Natur viele Feinde. Sicherheit ist bei der Außenhaltung oberstes Gebot! Daher muss das Gehege nicht nur ausbruchsicher, sondern auch vor Eindringlingen geschützt sein.

Das Gehege muss daher von allen vier Seiten mit ca. 1cm maschigem Kaninchendraht gesichert sein.

Auch oben muss ein Schutz angebracht werden. Hier eignet sich grobmaschiger Draht. Selbst wenn keine Gefahr besteht, dass die Kaninchen über die Umzäunung springen könnten, besteht Gefahr von Feinden aus der Luft.

Ähnliches gilt für den Boden. Auch hier muss in einer Tiefe von 50 cm ein Gitter vergraben werden, das mit den Seitenwänden verbunden ist. Hier würden wir aber nicht den teueren Kaninchendraht empfehlen. Es kann ein beliebiger rostfreier Draht sein, dessen Maschen aber kleiner als 4cm sein müssen. Sonst könnten die Kaninchen mit dem Kopf darin hängen bleiben, wenn sie so tief buddeln. Auch wenn die Kaninchen selbst nicht Buddeln, muss der Bodenschutz vorhanden sein, da sonst andere Tiere in das Gehege eindringen könnten.

Tipp:
Wenn außen um das Gehege zusätzlich noch Gehwegplatten angebracht werden, können andere Tiere nicht so leicht versuchen, sich durchzugraben. Dies erhöht zusätzlich die Sicherheit.




4. Einrichtungsgegenstände bei der Außenhaltung ^

-->Gehegeeinstreu:

Die richtige Gehegeeinstreu ist nicht so leicht zu finden. Viele verwenden Rindenmulch. Andere schwören auf Sand, da hier die Reinigung leichter ist. Wieder andere sind der Meinung nur der blanke Erdboden ist ausreichend. Generell kann man nicht sagen, dass eine dieser Möglichkeiten die einzig richtige ist. Jeder muss für sich selbst zwischen den Varianten entscheiden. Daher unsere Entscheidungshilfe:

Sand:

Aus Sand lassen sich Kötel, Verschmutzungen und Urin wunderbar heraus sieben. Nachteile sind, dass Sand staubig ist. Zudem wird er bei stärkerem Regen weggeschwämmt.

Boden:

Im Boden können die Kaninchen wunderbar graben. Bei Regen wird der Boden aber ohne Grasbewuchs schnell matschig.
Wir raten allerdings davon ab, im Gehege Gras anzupflanzen, denn man sollte bedenken, dass dieses bei kleineren Gehegen schnell abgefressen oder heruntergetrampelt wird und schnell gelblich aussieht.

Rindenmulch:

Rindenmulch hat gute Eigenschaften, da es nicht matschig werden kann. Auch weggespült kann es nicht werden. Dafür riecht Rindenmulch anfangs sehr stark. Zudem ist Rindenmulch oft mit Pestiziden behandelt und es enthält ungesunde Harze, Gerbsäuren und Phenole. Schließlich soll Rindenmulch eigentlich das Wachstum von Unkraut im Garten verhindern.

Gittersteine:

Bei diesen Steinen können Kaninchen nicht buddeln. So benötigt man kein Netz das vor untergraben schützt. Gras, das zwischen den Steinen herauswächst, wird zwar schnell weggefressen, aber die Gefahr, dass das Gehege matschig wird, besteht nicht. Auch die Reinigung gestaltet sich relativ einfach. Daher wäre dies die angenehmste Lösung für alle.

--> Trinkflasche oder Trinknapf?

Trinkflaschen gibt es in zwei Varianten. Sie werden mit oder ohne Kugel angeboten. Mit beiden haben wir bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Entweder es kommt fast kein Wasser, sodass sich das Kaninchen zum Trinken sehr anstrengen muss oder es kommt zuviel Wasser, sodass der ganze Boden nass wird. Zudem gefriert im Winter das Metallstückchen vorne sehr schnell und die Tiere könnten mit der Zunge daran kleben bleiben.

Daher sollte man am besten einen Trinknapf verwenden. Dieser entspricht außerdem eher der natürlichen Haltung des Kaninchens (eine waagrechte Kopfhaltung beim Trinken aus einer Trinkflasche ist unnatürlich). Dieser sollte aus Ton sein, da er dann schwerer ist und nicht so leicht umgeworfen werden kann. Ideal ist auch ein Trinknapf mit gebogenem Rand, hier kann das Wasser nicht so leicht überschwappen.

Bild kann nicht angezeigt werdenBild kann nicht angezeigt werden

Achtung:
Das Wasser muss, egal ob bei Trinknapf oder Trinkflasche, täglich ausgetauscht werden. Im Winter muss das Wasser im Abstand von mehreren Stunden ausgetauscht werden. Es sollte warmes Wasser hineingefüllt werden, damit es nicht so schnell gefriert.

Tipp:
Für Terrarien gibt es so genannte Wärmeplatten. Diese sind wasserfest, und funktionieren elektrisch mit ungefährlicher Niedrigspannung. Im Winter kann man eine solche Platte unter den Trog stellen. So gefriert das Wasser nicht.

--> Futternapf:

Der Futternapf sollte am besten schwer und aus Porzellan sein, sodass er nicht umfällt und sich leicht reinigen lässt. Bei jungen Tieren empfiehlt es sich, einen kleineren Fressnapf zu verwenden, sodass diese nicht hineinspringen und ihr Futter beschmutzen.

Jedes Tier braucht seinen eigenen Napf.

Bild kann nicht angezeigt werden

--> Heu:

Heu kann man im Außengehege in einer größeren Schüssel anbieten. Eine andere Alternative wäre es, eine Innenraufe an einer Seitenwand anzubringen.

Achtung:
Eine Innenraufe darf nur verwendet werden, wenn die Tiere nicht hineinspringen!

Hinweis
Näpfe und Heu sollten unter einer überdachten Stelle des Geheges untergebracht werden. Wenn Heu nass wird, verdirbt es schnell. Zudem wird das Futter im Winter nicht mit Schnee bedeckt.

--> Schutzhütte

Bei der Außenhaltung hat eine richtige Schutzhütte einen viel höheren Stellenwert als bei der Innenhaltung. Denn bei kalten Temperaturen können sich die Tiere in der Schutzhütte mit ihrer eigenen Körperwärme auch gegenseitig warm halten. Dazu darf die Hütte aber weder zu groß, noch zu klein sein.

Auch die Schutzhütte sollte bei der überdachten Futterstelle Platz finden. So braucht das Holz der Hütte nicht behandelt sein, damit es Regen dauerhaft standhält.

Wenn die Tiere auch im Winter im Gehege bleiben sollen, muss das Häuschen isoliert sein. Sind die Tiere nur im Sommer draußen, ist dies nicht notwendig. Das Häuschen muss ständig zugänglich sein, nur so kommt genügend Frischluft in das Häuschen. Übrigens sollten die Kaninchen abends nicht in die Hütte eingesperrt werden. Diese ist zu klein um den dämmerungsaktiven Tieren genügend Platz zu bieten.

In das Häuschen sollte man neben der Unterlage aus der verwendeten Einstreu noch eine dicke Schicht Stroh darüber legen. Heu eignet sich dafür eher weniger, da es schnell verdirbt, wenn es schmutzig wird.

--> Weitere Einrichtungsgegenstände bei der Aussenhaltung

Bei der Aussenhaltung kann man den Käfig fast wie in der freien Natur gestalten. Baumstämme und Äste sind zum einen schöne Verstecke und dienen zum anderem zum Nagen. Steine bilden schöne Aussichtspunkte für die Tiere.
Weitere Einrichtungsgegenstände zur Beschäftigung: Beschäftigung

Bild kann nicht angezeigt werden

5. Besonderheiten bei der Außenhaltung ^

Bei der Außenhaltung gibt es einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten:

Überdachte Futterstelle


Die Futterstelle sollte sich in einer überdachten Ecke des Außengeheges befinden. So wird das leicht verderbliche Heu vor Nässe geschützt. Auch Futter und Wassernapf sollten sich in dieser Ecke befinden.

Problem Temperaturunterschiede

Kaninchen sind sehr empfindlich und vertragen keine extremen Temperaturschwankungen. Sind die Tiere an die Temperaturen gewöhnt und ist das Gehege richtig eingerichtet, können Kaninchen aber durchaus Temperaturen von -20 C° noch draußen bleiben. Man sieht ja oft Kaninchen auf Bildern im Schnee hoppeln.

Wenn geplant ist, dass die Kaninchen das ganze Jahr draußen verbringen sollen, sollten sie schon möglichst früh daran gewöhnt werden. Die Tiere können ab Ende Mai draußen gehalten werden, so haben sie genügend Zeit, bis zum Herbst ein ausreichendes Winterfell zu entwickeln.

Kaninchen, die in der Wohnung leben, dürfen im Winter nicht einfach nach draußen getragen werden. Auch der Umgekehrte Fall, nämlich Kaninchen von der Außenhaltung in die warme Wohnung zu holen, ist problematisch. Die Tiere können sich erkälten.

Sollte es notwendig werden, ein Kaninchen im Winter vom Außengehege ins Haus zu holen z.B. bei Krankheit oder Trächtigkeit, darf dies nicht ohne Gewöhnung geschehen. Daher sollten Kaninchen von draußen erst in ein nicht beheiztes Zimmer kommen. Dort kann man die Temperatur langsam annähern. Hat sich das Kaninchen einmal an die Temperatur gewöhnt, geht das Winterfell schnell zurück. Daher muss das Tier bis zum Frühjahr im Haus behalten werden und darf nicht einfach wieder nach draußen gesetzt werden.

Vor allem im Hochsommer müssen die Kaninchen vor Überhitzunggeschützt werden. Denn Kaninchen vertragen noch eher Kälte als Hitze. Schon bei ca. 25 C° wird es ihnen zu warm, im Gegensatz zu uns Menschen. Langhaarigen Tieren sollte das Fell gekürzt werden, es sollten außerdem kühle Plätze angeboten werden.
Mehr zum Thema Kühlung im Sommer: Pflege » 7. Hitzeprobleme im Sommer

Gesundheitskontrolle

Bei der Außenhaltung ist es noch viel wichtiger, die Gesundheit der Tiere regelmäßig zu checken. Dazu gehört insbesondere die Kontrolle der Afterregion. Diese sollte sauber sein da sonst der Befall von Fliegenmaden (gefährlich!) droht.
Mehr über die Gefahr durch Fliegenmaden: Krankheiten » 7. Parasiten - Maden

Wir halten nicht viel davon, ein Fliegennetz ums Gehege anzubringen. Dieses verringert zwar die Gefahr eines Fliegenmadenbefalls, alle kleinen Fliegen kann es aber nicht draußen halten.

Zudem sollten besonders Tiere in Außenhaltung gegen die Krankheiten RHD (jährlich) und Myxomatose (halbjährlich) geimpft werden.
Mehr über RHD: Krankheiten » 5. Gefährliche Viruskrankheiten - RHD
Mehr über Myxomatose: Krankheiten » 5. Gefährliche Viruskrankheiten - Myxomatose

Futtergewöhnung für Außenhaltung

Schon bevor man sein Kaninchen draußen hält, muss man die Ernährung langsam an die Außenhaltung anpassen. Daher sollte der Anteil von frischem Grünfutter bei der Ernährung langsam erhöhen werden.

Kaninchen die schon einige Zeit in Außenhaltung leben, vertragen übrigens auch nasses Futter.

Auslauf

Wenn das Außengehege relativ klein ist, brauchen die Kaninchen zusätzlich noch Auslauf. Dabei sollte man bedenken, dass ein Kaninchen in Außenhaltung im Winter nicht einfach in die Wohnung darf (wegen den Temperaturunterschieden).
Ein Kaninchen, das im Winter draußen gehalten wird, braucht auch draußen Freilauf.

6. Haltung in einem Freigehege ^

Im Sommer wird es von vielen Kaninchenhaltern bevorzugt, die Tiere in einem Freigehege zu halten. Ein Freigehege wird in der Regel nur bei warmen Temperaturen genutzt, da die Kaninchen ansonsten im Haus leben. Dies ist die unkomplizierteste und einfachste Möglichkeit, wenn man seinen Tieren auch einmal die Möglichkeit geben möchte, sich an der frischen Luft zu bewegen.

Generell gilt: Wenn man seine Tiere nur für mehrere Stunden tagsüber draußen halten möchte, ist relativ wenig zu beachten. Möchte man seine Tiere aber auch über Nacht und längere Zeit am Stück draußen halten, wird aus der Freigehegehaltung eher eine Außenhaltung.

Welche Einrichtungsgegenstände in ein Freigehege gehören kannst du weiter oben nachlesen.
4. Einrichtungsgegenstände bei der Außenhaltung
Im Grunde genommen sind dies die gleichen Einrichtungsgegenstände wie bei der Innenhaltung. Eine Kaninchentoilette braucht man bei der Haltung im Freigehege nicht. Die Tiere suchen sich dort selbst eine Ecke.

Eine Bauanleitung für ein Freigehege, das für tagsüber geeignet ist, findest du übrigens unter Bauanleitungen.
Ein Freigehege zum Selberbauen: Aktivitäten » Bauanleitungen » 4. Freigehege
© Alle Texte und Bilder unterliegen dem Copyright der Hoppelbande. Das kopieren dieser Seite(n) ist nicht gestattet.