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Anschaffung

1. Bedenke vor dem Kauf...  ^

  • Kaninchen können 8 - 12 Jahre alt werden. Die Versorgung der Tiere muss während dieser Zeit täglich gewährleistet sein. Kein Kaninchen möchte sein halbes Leben in Tierheimen verbringen.
  • Kaninchen sind keine Einzelgänger. Sie sollten nie alleine, sondern mindestens zu zweit gehalten werden.
  • Kaninchen brauchen viel Platz und ausreichend Bewegung. Sie müssen täglich mehrere Stunden aus ihrem Käfig gelassen werden. Am besten wäre allerdings ein Zimmergehege mit 12-, bzw. 24-Stunden-Auslauf.
  • Nicht alle Kaninchen werden stubenrein. Aber auch bei stubenreinen Kaninchen geht hin und wieder mal was daneben.
  • Kaninchen sind keine Kuscheltiere! Nicht alle Kaninchen werden komplett zahm und lassen sich gerne streicheln.
  • Wer trotz Kaninchen in den Urlaub fahren will, muss für eine zuverlässige Pflege sorgen.
  • Kaninchen verursachen Kosten. Der Käfig, das Futter, sowie gelegentlich notwendige Tierarztbesuche sind teuer.
  • Andere Haustiere, die sich mit Kaninchen nicht verstehen, müssen von den Tieren fern gehalten werden.
  • In deiner Familie darf niemand gegen Tierhaare oder Heu(staub) allergisch sein. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich vorher auf Allergien vom Arzt untersuchen lässt.
  • In Mietwohnungen sind nicht immer Kaninchen erlaubt.
  • Kaninchen nagen sehr gerne. Daher ist es fast unvermeidbar, dass hin und wieder auch die Wohnungseinrichtung Schaden davonträgt.
  • Kaninchen sind hauptsächlich dämmerungs- bzw. nachtaktiv. Dies bedeutet, dass Kaninchen nachmittags viel schlafen und nachts manchmal Krach machen.

2. Wieviel kostet mich ein Kaninchen? ^

Wir haben hier die aktuellen Kosten für die Anschaffung und Haltung eines Kaninchens allgemein zusammengefasst.

Hinweis: 
Wenn du zwei Kaninchen halten möchtest, brauchst du nicht mit den doppelten Kosten zu rechnen. Ein größerer Käfig ist höchstens um 1/4 teuerer. Käfigeinstreu wirst du wegen eines größeren Käfigs zwar etwas mehr benötigen, diese Kosten wirken sich aber nicht so stark aus. Einzig die Kosten für Tierarztbesuche verdoppeln sich.

Unsere Kostentabelle für ein Kaninchen:
 
Einmalige Anschaffungen
Durchschnittspreis (€)
Kaninchen ~ 30
Käfig (120 x 58 x 55) 65
Kaninchentoilette (48 x 38 x 14) 8
Fress- und Trinknapf 6-10 
Pflegegegenstände (Häuschen, Bürste, Krallenschere) ~ 35
Regelmäßige Anschaffungen Durchschnittspreis (€)
Käfigeinstreu (60l) 3,5
Toiletteneinstreu (60l Strohpellets) 16
Futter 10-15
Regelmäßige Tierarztbesuche (Impfen, Krallenschneiden, ...) 25
Außergewöhnliche Belastungen Durchschnittspreis (€)
Unregelmäßige / Einmalige Tierarztbesuche (Kastration, Erkrankung) Variiert sehr stark

Anschaffungskosten:

Insgesamt musst du laut unserer Tabelle bei der Anschaffung eines Kaninchens mit Kosten in Höhe von rund 180 € rechnen.
Dann verfügst du über alle notwendigen Einrichtungsgegenstände und besitzt sowohl Futter, als auch Käfigeinstreu. Du kannst den Kaninchenkäfig damit drei Monate lang sauber halten, die Toiletteneinstreu hält etwa zwei Monate und das Futter ein viertel Jahr. Zudem hat dein Kaninchen dann auch den ersten Tierarztbesuch hinter sich, ist aber nicht kastriert.

Monatliche Kosten:

Wir haben uns außerdem die Mühe gemacht, regelmäßig anfallende Kosten auf einen Monat umzurechnen. Dabei ergeben sich monatlich mindestens Kosten in Höhe von rund 15 €.
Gelegentlich kommt es allerdings vor, dass dein Kaninchen wegen einer Erkrankung zum Tierarzt muss. Ein guter Kaninchenhalter wird zudem ab und zu Spielsachen oder Ähnliches einkaufen. Diese Kosten sind in die 15 € nicht mit eingerechnet.

3. Ein oder zwei Kaninchen? ^

Diese Frage lässt sich an sich ganz einfach beantworten. Kaninchen sind Rudeltiere, in der freien Natur leben sie immer mit ihren Artgenossen in Gruppen zusammen. Sie fühlen sich mit mindestens einem, am besten aber mehreren Kollegen deshalb am wohlsten.

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Ein Kaninchen, das einzeln gehalten wird, hat zwar oft einen großen Bezug zum Menschen, ist aber trotzdem einsam, da es nicht mit anderen Kaninchen spielen kann, niemanden zum Kuscheln und Schmusen hat und niemand da ist, der es versteht. Es wird die meiste Zeit gelangweilt im Käfig sitzen und bekommt meist nur einmal am Tag für wenige Stunden Freilauf. Es kann nicht artgerecht sein, ein einzelnes Kaninchen zu halten, das beim Freilauf nur lustlos umher hoppelt und niemanden zum Spielen hat. Oder nicht? Vor allem wenn man bedenkt, dass Wildkaninchen in großen Gruppen von bis zu 100 Tieren leben. Oft werden einsame Kaninchen sogar aggressiv oder zeigen andere Verhaltensauffälligkeiten (Käfiggitternagen, usw.).

Wenn du in der Wohnung genügend Platz hast, solltest du dir auf jeden Fall zwei Kaninchen anschaffen. Aber auch wo der Platz etwas enger ist, gibt es Lösungen. Es gibt also keine Ausreden! Auch wenn dein Kaninchen schon lange alleine lebt oder älter ist, kann man ihm noch etwas Gutes tun und ihm einen gleichaltrigen Artgenossen gönnen.

Wir Menschen können ein zweites Kaninchen auf keinen Fall ersetzen, auch wenn wir uns noch so gut um unser Tier kümmern!

Letztendlich ist es aber deine Entscheidung, ob du ein oder zwei Kaninchen halten möchtest. Du solltest auch überlegen, ob es nicht vielleicht besser wäre, kein Kaninchen zu halten und ihm somit ein einsames Leben zu ersparen. Das Sprichwort "Eins ist keins" trifft hier, wenn auch in einer anderen Bedeutung, zu.

Auch wenn es sich vielleicht so anhört: Wir verurteilen niemanden, der nur ein Kaninchen hält. Wir wollen über das Thema aufklären und zum Nachdenken anregen! Daher haben wir von der Hoppelbande die Aktion "Ich möchte nicht allein sein!" ins Leben gerufen, an der sich schon mehrere Besucher mit ihren Bildern beteiligt haben. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön! Über unsere Aktion "Ich möchte nicht allein sein!" findest du noch weitere Informationen und Bilder glücklicher Kaninchenpärchen. Bilder sagen eben mehr als tausend Worte!

4. Wer passt zu wem? ^

Bei jungen Tieren ist es sehr schwer, das Geschlecht selbst zu bestimmen. Oft haben sogar Züchter oder Fachhändler Probleme bei der Geschlechtsbestimmung. Selbst bei erfahrenen Kaninchenzüchtern liegt die Trefferquote höchstens bei 90%. Vorsichtshalber solltest du beim ersten Tierarztbesuch noch einmal nachfragen, welches Geschlecht dein Tier hat. Nur so weißt du sicher, ob du ein Männchen oder ein Weibchen erworben hast.
Hier findest du ein paar Unterschiede von Männchen und Weibchen, die dir deine Entscheidung etwas erleichtern können:

Männchen +  Weibchen

Wenn du zwei Kaninchen kaufen möchtest, würden wir dir raten, ein Männchen und ein Weibchen anzuschaffen. In dieser Konstellation gibt es am wenigsten Probleme. Voraussetzung ist jedoch, dass das Männchen kastriert ist, da sonst ab dem Alter von 10 - 12 Wochen ungewollter Nachwuchs zu erwarten ist. Allerdings mögen wir dir zu bedenken geben, dass sich nicht jedes Kaninchen mit jedem versteht. Daher ist es empfehlenswert, die beiden Tiere nicht aus einer Zoohandlung, sondern beispielsweise aus dem Tierheim holen. Dort hast du die Möglichkeit, zwei Tiere zu bekommen, die vom Typ her zusammenpassen. Zu einem dominanten Weibchen sollte z.B. ein zurückhaltenderes Männchen gesellschaftet werden. Zudem bekommst du meist eine gute Beratung und kannst, falls zwei Tiere wirklich nicht zusammen passen, eines der beiden wieder abgeben. Es ist außerdem empfehlenswert, gleichaltrige Tiere zusammen zu setzen.

Männchen +  Männchen
 
Diese Konstellation ist oftmals problematisch. Allerdings gibt es auch viele Beispiele wahrer Männerfreundschaften unter Kaninchen. Bei dieser Konstellation kommt es einfach auf einen Versuch an. Eine pauschale Aussage zu machen, ob die Zusammenführung klappt, wäre schlichtweg falsch. Die Wahrscheinlichkeit eines friedlichen Zusammenlebens ist bei Geschwistern aus dem selben Wurf am größten. Männchen sollten jedoch generell kastriert werden, egal ob sie alleine oder mit einem anderen Kaninchen zusammen leben. So leiden die Tiere nicht unter ihren Trieben. Zudem verspritzen sie, wenn sie nicht kastriert sind, Urin, um ihr Revier zu markieren.

 Weibchen +  Weibchen

Viele sind der Meinung, zwei Weibchen zusammen zu halten, sei die perfekte Lösung, weil es für den Menschen am bequemsten sei. Vor allem, da die Tiere nicht kastriert werden müssen und keinen Nachwuchs bekommen können. Das ist allerdings falsch. Zwei Weibchen zusammen zu halten, ist noch schwieriger, als zwei Männchen. Dies bedeutet aber wiederum, dass auch diese Konstellation nicht unmöglich ist. Die Chance, dies zu erreichen, ist am größten bei zwei Jungtieren aus dem selben Wurf.
Übrigens ist eine Kastration auch bei Weibchen möglich. Diese ist aber ein komplizierter Eingriff, der auch mit Risiken verbunden ist. Daher wird diese meist nur bei Krankheiten oder der Gefahr einer Erkrankung durchgeführt. Allerdings werden auch kastrierte Weibchen ruhiger.

Allgemein:

Wie dir sicher aufgefallen ist kann man bei keiner der Konstellationen eine hundertprozentige Garantie geben. Dafür spielt der Charakter der beiden Tiere eine zu große Rolle. Dass alles möglich ist, zeigen die zahlreichen Mails, die wir von unseren Besuchern bekommen. Uns wurde sowohl schon von Freundschaften unter Männchen, genauso wie von Weibchen berichtet. Von daher: Probieren geht über Studieren! Bitte lies dir aber noch einmal durch, wie man bei der Zusammenführung richtig vorgeht, damit es später nicht zu Problemen kommt.
Mehr zum Thema Zusammenführung: Eingewöhnung »  2. Die Zusammenführung zweier Kaninchen

Achtung: 
Bis zur Geschlechtsreife (10. - 12. Woche)  lassen sich mehrere Tiere, egal welches Geschlecht sie haben, ohne Probleme zusammen halten. Dies sieht man auch oft in Zoohandlungen, wo zehn oder mehr junge Tiere in einem Gehege sitzen. Dies verleitet dazu, sich die wahllos irgendwelche Tiere anzuschaffen, ohne auf das Geschlecht zu achten. Werden diese Tiere aber geschlechtsreif, sind Probleme vorprogrammiert.

Hinweis: 
Man sollte noch wissen, dass Weibchen, besonders wenn sie mit einem Männchen zusammen leben, bis zu 3 mal im Jahr scheinschwanger werden können. In dieser Zeit, die bis zu 2 Wochen andauern kann, baut das Weibchen ein "Nest" mit ihrem Fell und verhält sich oft gegenüber dem Partner oder dem Menschen aggressiver. Trotzdem: Kein Grund zur Sorge!

5. Tierheim, Züchter, oder Zoofachgeschäft? ^

Hast du dich nach gründlicher Überlegung nun für die Anschaffung eines Kaninchens entschieden, so stellt sich die Frage, woher man ein Kaninchen bekommen kann.
Wir stellen hier die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten auf und bieten dir somit eine kleine Entscheidungshilfe:

Tierheim:

Zuerst ganz allgemein gesagt, ist das Tierheim die mit Abstand beste Lösung.
Viele haben es noch nicht in Betracht gezogen, ein Kaninchen aus dem Tierheim zu holen. Dabei spielen wohl die Vorurteile gegenüber den Tieren dort eine große Rolle. Aber die meisten Tiere im Tierheim sind oft weder verhaltensauffällig, noch zu alt oder zu jung. Die meisten Tiere werden wegen unüberlegten Käufen, Zeitmangel oder anderen Problemen, die dazu führen, dass die Tiere nicht mehr versorgt werden können, oft schweren Herzens abgegeben. Zudem findet man in einem Tierheim Tiere aller Altersklassen und in allen Rassen und Farben. In kleineren Tierheimen findet man sein Traumkaninchen vielleicht nicht gleich beim ersten Besuch, aber mit etwas Geduld klappt es auch hier. Überzeuge dich selbst!
Du hilfst den armen Tieren dabei, wieder ein tolles, neues zu Hause zu finden. Außerdem hast du die Möglichkeit die Tiere in Ruhe zu beobachten und dann zu entscheiden, welches du zu dir nimmst. Du bekommst dazu meistens noch eine gute Beratung von kompetenten Personal. Tiere aus dem Tierheim sind zwar etwas teurer als anderswo. Bedenke aber, dass die Männchen meist kastriert sind und alle Tiere geimpft wurden.
Wir haben eine sehr gute Erfahrung mit dem Kaninchenkauf im Tierheim gemacht und können es jedem zukünftigen Kaninchenbesitzer empfehlen. Zudem ist das Tierheim die einzige Möglichkeit, einen gleichaltrigen Partner zu finden. Wir bekamen sogar die Möglichkeit, Tapsi mit ins Tierheim zu bringen, um für sie einen passenden Partner zu finden. Dabei hatten die Verkäufer im Tierheim ein gutes Gespür, welche Tiere von ihrer Art her am besten zusammenpassen. Viele Tierheime besuchen den Tierhalter auch persönlich und geben noch Ratschläge bei der Käfigeinrichtung oder unterstützen unerfahrene Kaninchenhalter bei der Zusammenführung ihrer beiden Tiere.

Züchter:

Wenn du das Kaninchen bei einem Züchter kaufen möchtest, hast du die Vorteile, dass du das Kaninchen genau beobachten kannst, auch wenn es noch nicht von der Mutter entwöhnt ist. Außerdem kannst du dir ansehen, wie die Kaninchen gehalten werden (welche Ställe, Umgang des Züchters mit den Kaninchen, usw.). Weil Züchter mehr Erfahrung mit Kaninchen haben, als beispielsweise Zoofachhändler, können sie dir das Geschlecht des Kaninchens auch besser bestimmen. Leider geben viele Züchter ihre Tiere aber vor allem in der Oster- und Weihnachtszeit zu früh von der Mutter weg. Von Züchter zu Züchter verschieden ist, ob die Tiere geimpft werden. Kastriert ist jedoch kein Kaninchen. Zudem gibt es bei Züchtern nur junge Tiere. Im Gegensatz zu Tierheimen bekommt man von vielen Züchtern nach dem Kauf des Tieres meist keine Unterstützung mehr. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Tiere, wenn sie nicht zusammen passen, nicht zurückgegeben werden können, wie dies bei Tierheimen möglich ist.

Zoofachgeschäft:

Zoofachgeschäfte sind leider die schlechteste Lösung.
Dort wird oft wenig Rücksicht auf die Tiere genommen und die Tiere werden viel zu früh abgegeben. Zudem konnten wir feststellen, dass man bei großen Fachgeschäften überhaupt keine, bzw. keine kompetente Beratung bekommt. Das ist vor allem für unerfahrene Kaninchenhalter nicht gerade von Vorteil.
Hat man bereits ein Tier und möchte ein zweites dazukaufen, ist ein Zoofachgeschäft ohnehin ungeeignet. Dort gibt es nur sehr junge Tiere. Zum einen kann man ein Tier nicht mehr zurückbringen, und zum anderen kennen die Verkäufer weder die Muttertiere, noch das Wesen der Jungtiere, wie es im Tierheim oder bei Züchtern der Fall ist.
Die Tiere werden dort mehr oder weniger zur Schau gestellt. Besonders die kleineren Besucher sind von den noch jungen, niedlichen Tieren mit dem weichen Fell und den Kulleräuglein angetan.
Doch was passiert mit nicht verkauften Tieren? Im "Ausstellungskasten" bleiben sie jedenfalls nicht! Leider haben wir im Zoofachgeschäft allzu oft auch auffällig kranke Tiere (stumpfes, lichtes Fell, glanzlose Augen, Abmagerung, Teilnahmslosigkeit) zu sehen bekommen, bei deren Anblick es einem verantwortungsvollen Kaninchenhalter schwer fällt, ohne ein ungutes Gefühl wegzugehen.

6. Augen auf beim Kauf! ^

Ein gesundes Kaninchen weist folgende Merkmale auf:
  • Glattes, glänzendes Fell
  • Saubere Ohren ohne Belag
  • Klare Augen
  • Trockene Nase
  • Saubere Analregion
  • Korrekte Zahnstellung (Kaninchen mit einer Zahnfehlstellung müssen oft zum Tierarzt)
Außerdem ist es wichtig, das Kaninchen eine Weile zu beobachten. Kranke Kaninchen sitzen oft träge und teilnahmslos in einer Ecke und spielen nicht mit den anderen Kaninchen.

Hinweis: 
Du kannst an der Größe der Pfoten und der Ohren schon bei einem jungen Kaninchen erkennen, wie groß es später einmal ungefähr werden wird. Besonders bei den allgemein etwas größeren Zwergwidderkaninchen kann man sehen, dass die Pfoten und Öhrchen schon größer als bei den normalen Zwergkaninchen sind. 

Ganz junge Zwergwidderkaninchen haben noch Stehohren und können nicht ganz so gut von den normalen Kaninchen unterschieden werden. Man muss dies an der Gesichtsform und Größe feststellen.

7. Das richtige Alter beim Kauf ^

Junge Kaninchen sollten frühestens ab der 8. Lebenswoche von der Mutter getrennt werden, idealerweise aber erst in der 11. - 12. Woche. Die Tiere sind zwar auch schon vorher selbstständig, aber ihr Sozialverhalten lernen sie noch von der Mutter. Zudem werden die Jungen im Normalfall 6 - 8 Wochen lang täglich gesäugt.

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Leider werden Kaninchen aus Zoohandlungen, bis auf wenige Ausnahmen, schon ab einem Alter von sechs Wochen oder sogar noch früher angeboten. Frei nach dem Motto: Je kleiner, desto schöner. Allerdings sind die Tiere im Wesen noch nicht ausgereift und sie betrachten den Menschen oft als "Ersatzmutter". Es ist wirklich traurig, dass Tiere oft nur als Profitbringer und nicht als Lebewesen gesehen werden. Also: Am besten Hände weg von den kleinen Kaninchen!

So kannst du zu junge Tiere erkennen:

Passt das Kaninchen in die Hand eines Erwachsenen, ist es höchstens 4 - 6 Wochen alt. Kaninchen im Alter von 6 Wochen können außerdem noch nicht Männchen machen, dies können die Tiere erst mit ca. 8 Wochen ohne ihr Gleichgewicht zu verlieren.
Mehr zum Thema Kaninchenentwicklung: Nachwuchs » 4. Entwicklung der Zwergkaninchen

Kaninchen müssen mindestens bis zur 8. Lebenswoche bei der Mutter bleiben!

8. Gesetzliche Fragen (Deutsches Recht) ^

Kaufrecht:

Der Kauf eines Kaninchens wird (leider) wie der Kauf einer Sache gehandhabt. Daher ist ein mündlicher Kaufvertrag gültig. Es gibt keine Formvorschrift, die eine schriftliche Form o.ä. verlangt. Übrigens gilt die normale Gewährleistungsregelung. Stellt sich nach dem Kauf heraus, dass das Kaninchen bereits beim Kauf krank war (dies muss ein Tierarzt feststellen), kann man entweder den Preis mindern, oder vom Kaufvertrag zurücktreten. Bei Gegenständen gibt es zudem die Regelung, dass der Verkäufer das Recht hat, drei Reparaturen durchzuführen, bevor man vom Vertrag zurücktreten kann. Bei Kaninchen ist dies natürlich nicht möglich.

Jugendrecht:

Wird vom Verkäufer ein Tier an einen Jugendlichen unter 18 Jahren abgegeben, so ist für einen gültigen Vertrag die Zustimmung der Eltern notwendig. Diese kann auch nachträglich erteilt werden. Wird sie aber nicht erteilt, ist der Kaufvertrag von Anfang an nichtig. Dies bedeutet, der Verkäufer muss das Tier zurücknehmen.

Mietrecht:

Ist im Mietvertrag kein Hinweis ersichtlich, können Kaninchen auch ohne Genehmigung gehalten werden. Problematisch ist es nur, wenn sich zwei Tiere vermehren.

9. Die Transportbox ^

Schon vor dem Kauf sollte man sich Gedanken über den optimalen Nachhausetransport machen. Oft bieten Züchter entweder mit Löchern versehene Pappkartons, oder Transportboxen zum Ausleihen an. Ideal ist es aber, sich gleich von Anfang an selbst eine Transportbox zu kaufen. Diese benötigt man später auch für Tierarztbesuche.

Die Box darf nicht zu klein sein und am besten so groß, dass sich der Zwerg bequem hinlegen kann. Es ist praktischer, eine Box zu wählen, die man von oben statt von der Seite öffnen kann, da man das Tier so besser heraus- und hinein heben kann.

Eine Transportbox muss unbedingt Luftschlitze haben, ansonsten kann das Zwergkaninchen ersticken.
Damit dein Kaninchen bei der "Reise" sicher ankommt und nicht andauernd hin und her rutscht, solltest du auf den Boden vorher ein Handtuch legen (bei etwas längeren Fahrten Heu und etwas zu Knabbern).

Es darf in der Transportbox nie zu heiß werden, da der Zwerg sonst einen Hitzschlag bekommt und auf Klimaanlagen oder Zugluft reagieren die Tiere ebenfalls sehr empfindlich!

Eine Transportbox kannst du entweder im Zoofachgeschäft oder Internet kaufen. Aber auch manche Tierärzte bieten gebrauchte oder neue Transportboxen für deinen Zwerg an. Frag' doch einfach mal dort nach!
So sieht die optimale Transportbox aus:

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10. Hoppel, Krümel, oder doch Flöckchen? ^

Damit du weißt, wie dein kleines Wollknäuel in Zukunft heißen soll, gibt´s hier ein paar Namensvorschläge, die wir für dich gesammelt haben:

A Amelie, Amy, Andy
B Benny, Blacky, Bommel, Bunny
C Charly, Chipsi, Conny
D Daisy, Dickie
E Ecki, Elly
F Fipsi, Flocke, Flöckchen
G Geordi, Goofy, Gregor
H Hansi, Hasi, Häschen, Hoppel
I Isabelle, Isi
J Jacky, Jenny, Jimmy, Jojo, Josy
K Karlie, Klopfer, Knuddel, Konrad, Krümel, Krümelchen
L Lilli, Lissy, Lolly, Lola, Lucy, Luna
M Maxi, Micky, Mimi, Mini, Muffel, Mümmel, Mümmi, Möhrchen, Molly, Moritz
N Nanny, Nessi, Nicky, Nini
O
Olli, Oskar
P Petzie, Princess, Purzel
R Rocky, Rübe
S Sammy, Schlappi, Schlappohr, Schnüffel, Stupsi, Sunny
T Tapsi, Teddy, Tipsi, Tammy
U Ulla, Urmel
W Wuschel, Wurzel
X Xena, Xenia
Y Yasmin, Yuna, Yvi
Z Zora, Zwergi

11. Kaninchen und Kinder ^

Kaninchen sind sehr beliebte Haustiere, die aber nicht zum Spielen für die Kinder geeignet sind. Kaninchen kuscheln nicht immer gerne und das "Zwangskuscheln", für das die Tiere aus dem Käfig gehoben werden, verursacht bei ihnen Stress. Kaninchen mögen auch einmal in Ruhe gelassen werden, wenn sie schlafen oder fressen. Im Gegensatz zu Beutetieren laufen bzw. jagen Kaninchen auch nicht hinter Bällen oder anderem Spielzeug her, wie das Hunde oder Katzen tun würden. Man sollte den Kindern daher von Anfang an einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren lernen. Dazu gehört unter anderem, die Gefühle und Bedürfnisse eines Kaninchens zu respektieren. Aber auch die Reinigung des Käfigs, oder das frühe Aufstehen, um die Zwerge zu füttern, gehören zu den notwendigen aber unbeliebten Pflichten. Generell sollten Kindern wichtige Vorgehensweisen genau gezeigt werden. Denn Kinder lernen vor allem durch das Vorbild der Eltern!

Durch Haustiere lernen Kinder schon früh wichtige Werte, wie Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Respekt vor dem Leben. Zudem verringert sich das Risiko einer Allergie,

Bevor man einem Kind ein Tier schenkt, sollte man sich aber im klaren sein, dass sich die anfängliche Begeisterung oft schnell legt. Dann beginnt der tägliche "Kampf" um die Versorgung des Haustiers. Hier hilft nur: Konsequent bleiben und das Kind an seine Verantwortung erinnern. Wer einmal nachgibt, hat den "Kampf" schon verloren.

Nun zur Frage, ab welchem Alter Kinder ein Haustier bekommen können:

Kinder von 3 - 4 Jahren:

Haustiere bringen für Kinder auf jeden Fall eine große Bereicherung für ihr Leben mit sich. Allerdings sollten Kinder in diesem Alter noch keinen Kontakt zu Kaninchen haben. Die Kinder testen in diesem Alter noch ihre körperlichen Grenzen aus und können überhaupt nicht einschätzen, wie fest sie zupacken. Haustiere werden im Kleinkindesalter vielmehr als Spielzeug, als als lebendiges Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen gesehen. Deshalb sollte der Umgang mit Tieren in diesem Alter am besten erst mal am Stofftier geübt werden.
Befinden sich bereits Tiere in der Familie, sollte der Kontakt nur unter Aufsicht und Anleitung der Eltern erfolgen. So kann der Umgang mit Tieren schon früh geübt werden. Allerdings muss das Tier komplett von den Eltern versorgt werden.

Kinder zwischen 4 und 7 Jahren:

Kinder in diesem Alter können schon lernen, mit einem Tier umzugehen. Ein Tier ist in diesem Alter nicht mehr nur ein Spielzeug. Kinder übertragen allerdings in diesem Alter ihre Wünsche und Gefühle auf das Tier. Daher müssen die Eltern noch vermittelnd und lenkend eingreifen. Die Pflege des Tieres bleibt allerdings noch größtenteils Aufgabe der Eltern, wenngleich man dem Kind schon hin und wieder Aufgaben übertragen kann.

Kinder ab 7 Jahren:

Mit der Zeit nimmt der Anteil der Arbeit für die Eltern immer mehr ab und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder nimmt zu. Einem achtjährgen Kind kann man schon den Großteil der Arbeiten erledigen lassen. Die Verantwortung für das Tier bleibt aber immer noch bei den Eltern. Es wird empfohlen, erst einem Kind, welches mindestens zehn Jahre alt ist, die komplette Verantwortung zu übertragen.

Hinweis: 
Hin und wieder werden wir gefragt, ob es okay ist, wenn Kinder mit ihren Kaninchen schmusen. Dies ist aus gesundheitlicher Sicht kein Problem. Auch wenn das Tier übers Gesicht des Kindes leckt, besteht keine Gefahr für die Gesundheit. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass die Kinder vor dem Essen die Hände waschen. Allerdings müssen sowohl die Kaninchen, als auch die Kinder regelmäßig geimpft werden.

12. Kaninchen und andere Haustiere ^

Kaninchen kommen mit manchen Tieren gut aus. Wir wollen dir hier erklären, bei welchen Tieren es Probleme gibt und welche harmonisch miteinander leben können.

Meerschweinchen:

Zwergkaninchen und Meerschweinchen vertragen sich im Allgemeinen recht gut und können sogar gemeinsam in einem geräumigen Zimmerkäfig gehalten werden. Allerdings brauchen beide Tierarten Rückzugsmöglichkeiten und das richtige Futter. Am besten klappt das Aneinandergewöhnen, wenn Meerschweinchen und Kaninchen noch jung sind und zur gleichen Zeit angeschafft werden.

Aber Vorsicht: Wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt, kann ein Kaninchen seinen Mitbewohner durch Bisse schwer verletzen. Ein männliches Kaninchen muss kastriert werden, damit er das Meerschweinchen nicht ständig bespringt. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, dass ein Meerschweinchen ein zweites Kaninchen ersetzen kann.
Dies ist nicht der Fall, da Kaninchen und Meerschweinchen sehr verschieden sind:
  • Kaninchen sind dämmerungs- und Meerschweinchen eher tagaktiv.
  • Meerschweinchen brauchen anderes Futter, da sie kein Vitamin C selbst herstellen können. Dieses wiederum ist nichts für Kaninchen.
  • Meerschweinchen suchen am liebsten geschützte Ecken, während Kaninchen auch mal gerne laufen und Haken schlagen möchten.
Andere Kleintiere, wie z.B. Mäuse, Ratten oder Hamster:

Hier sollte auf die Haltung in einem Gehege verzichtet werden, da es zu tödlichen Auseinandersetzungen kommen kann. Gegen einen beaufsichtigten Freilauf ist aber nichts einzuwenden.

Vögel:

Da Kaninchen ein feines Gehör haben, sind laut kreischende Vögel im selben Zimmer absolut tabu. Sie lösen beim Kaninchen nur Stress aus, vor allem wenn sie herumfliegen. Daher Kaninchen und Vögel am besten getrennt voneinander halten.

Hund:

Ein Zwergkaninchen passt genau in das Beuteschema eines Hundes (Hunde sind Beutetiere, während Kaninchen Fluchttiere sind). Trotzdem kann auch ein Hund so erzogen werden, dass er sich mit Kaninchen recht gut verträgt. Vor allem Hunderassen, wie der gutmütige Golden Retriever besitzen dazu gute Wesensvoraussetzungen. Allerdings kann man Hund und Kaninchen nicht unbeaufsichtigt zusammen lassen. Zudem werden Kaninchen durch die Anwesenheit eines Hundes nur gestresst. Daher sind wir eher der Meinung, dass solche Experimente mit Hund und Kaninchen unterlassen werden sollten.

Katze:
 
Auch für sie sind Kaninchen Beutetiere und sie lassen sich nur schwer erziehen. Katzen haben einen natürlichen Spieltrieb und könnten hinter dem Kaninchen herjagen. Katzen und Kaninchen sollte man deshalb am besten nicht zusammen in einem Raum halten.

Hinweis: 
Für alle Tiere gilt: Ein anderes Haustier kann ein zweites Kaninchen niemals ersetzen, da die Tiere eine andere "Sprache" sprechen. Stell dir vor, du wirst mit einem anderssprachigen Menschen zusammen für längere Zeit in einen Raum gesperrt. Du verstehst ihn nicht, aber man muss irgendwie miteinander auskommen. Du würdest dich sicher auch alleine fühlen, oder nicht?

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